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So wie auf dem Foto rechts sah es am gestrigen Montag auf der „Wette“ in Bebenhausen aus, als die Requisiteure den LKW mit dem Material beluden, das noch in der Vorwoche Teil der Filmkulisse für das 90minütige Dokudrama »Johannes Kepler – der Himmelsstürmer« von SWR und BR in Zusammenarbeit mit ARTE gewesen war. (Video zum Kepler-Dreh beim SWR)

Rund eine Woche drehte das Team aus – je nach Aufwand der Szenen – 25 bis 40 Leuten in der historischen Anlage(…). 15 Tage dauern die Dreharbeiten für den 90-minütigen Film insgesamt, der im kommenden Jahr im Fernsehen laufen soll.

…wie der Reutlinger Generalanzeiger berichtet (kostenlos), der auch ein Interview mit dem Kepler-Darsteller Christoph Bach gemacht hat (kostenpflichtig).

Obwohl der Film vornehmlich in Prag spielt, damals Hauptstadt und Zentrum der Kultur, wurde er ausschliesslich hier bei uns im Ländle gedreht. Dafür kamen die Requisiten original aus Prag: Direkt von den berühmten Filmstudios Barrandov in Prag, wo auch alle grossen Märchenfilme und -Serien unserer Kindheit von „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ bis zur „Märchenbraut“ gedreht wurden – und dorthin machten sie sich am Montag von Bebenhausen aus wieder auf den Weg.

Johannes Kepler 1610Johannes Kepler stammte aus Württemberg, war im Kloster Maulbronn zur höheren Schule gegangen bevor er in Tübingen studierte, in Graz lehrte und durch die Gegenreformation vertrieben am Hofe Kaiser Rudolfs II. seine neue Wirkungsstätte fand. Eine Professur in Tübingen erhielt er 1611 nicht, aber ein Professor aus Tübingen war es, der seiner von 1615-1621 der Hexerei angeklagten Mutter Katharina Kepler die Verteidigung und schliesslich die Freilassung erwirkte, auch wenn sie diese nach so langer Haft nur kurz überlebte.

Johannes Kepler selbst starb im November 1630 in Regensburg, sein Grab ziert folgende Inschrift:

„Mensus eram coelos, nunc terrae metior umbras.
Mens coelestis erat, corporis umbra iacet.“

„Die Himmel hab ich gemessen, jetzt mess ich die Schatten der Erde.
Himmelwärts strebte der Geist, des Körpers Schatten ruht hier.“

– Grabinschrift Keplers

Ein Kuriosum am Rande: Nachfahren der Katharina Kepler über den anderen Sohn Christoph leben heute (zum Teil seit Geburt) in Bebenhausen, wo nun Keplers Leben verfilmt wurde. Das Foto oben stammt übrigens vom Abbau der Dreharbeiten des in Bebenhausen gedrehten Märchenfilms: „Der Teufel mit den drei Goldenen Haaren“, der vor knapp sechs Jahren fast gleichzeitig mit dem Ludwigsburger Festivalfilm „Das Alte Böse Wir“ bei uns im Ort gedreht wurde.

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