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Drama-film-stub-iconWährend das Team von der Filmhochschule Ludwigsburg mit starker Bebenhausener Unterstützung das surreale Drama „Das Alte Böse Wir“ drehte (ein Video mit Bericht zum Film hier auf Bebenhausen.de), während die Generalprobe für „Bebenhausen Bebt“ stattfand und während in der Kutscherhalle des Klosters zwei Medizinprofessoren ihr zehnjähriges Jubiläum am Uniklinikum Tübingen UKT feierten, fanden gleichzeitig die Dreharbeiten zu einem grossen Märchenfilm der Bavaria Filmstudios statt: „Der Teufel mit den drei Goldenen Haaren

Wer das Märchen, das 29. in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm (KHM29) noch nicht kennt, kann es hier nachlesen oder sich hier kurz vom klassischen Märchenschallplatten-Erzähler Hans Paetsch erzählen lassen:


Die Geschichte wird natürlich nicht zum ersten Mal verfilmt. Zuletzt wurde sie 2009 für das ZDF verfilmt und ist in der Fassung auf DVD erhältlich – derzeit aber auch in voller Länge kostenlos auf ZDF tivi zu sehen.

Lebendiger, mit einer aktiveren Prinzessin Isabell, wird die neue Bebenhausener Fassung von 2013 sein. Eine winzige Szene von den Dreharbeiten soll hier gezeigt werden – die, in der „merkwürdige, dringende Brief des Königs“ übergeben wird.

Der Bote, das Glückskind, ist nicht in meinem Bild, dafür voll im Bild der Kamera, so wie ich in dieser Einstellung am Ende leider auch, weshalb sie nochmals gedreht werden musste. Für all jene, die jetzt oben nicht Hans Paetsch haben erzählen lassen, hier die Zusammenfassung von Wikipedia:

„Eine arme Frau bringt einen Sohn mit Glückshaut zur Welt. Diese soll in seinem weiteren Leben dafür sorgen, dass alles, was er anfängt sich zum Guten wenden wird. Des Weiteren wurde ihm geweissagt, er werde im Alter von 14 Jahren die Königstochter heiraten. Der König aber hat ein hartes Herz. Er kauft den armen Leuten ihr Kind ab, legt es in eine Schachtel und wirft diese ins Wasser. Sie geht jedoch nicht unter, sondern treibt zu einer Mühle, wo das Kind von den Müllersleuten aufgenommen und in Liebe aufgezogen wird. Als der König vierzehn Jahre später in die Mühle kommt und die Geschichte hört, schickt er den Jüngling mit einem Brief zur Königin mit dem Befehl, man solle ihn sofort töten. Auf dem Weg zur Königin übernachtet der junge Mann im Wald bei Räubern. Diese lesen den Brief, vertauschen aus Mitleid den Brief, so dass er mit der Königstochter vermählt wird. Doch der König fordert von ihm die drei goldenen Haare des Teufels. Unterwegs zur Hölle fragen ihn zwei Torwächter, warum ein Brunnen austrocknet, der sonst Wein gab, und warum ein Baum verdorrt, der sonst Goldäpfel trug, und ein Fährmann fragt, warum ihn keiner ablöst. In der Hölle versteckt ihn des Teufels Ellermutter (niederdeutsch für Großmutter) als Ameise in ihren Rockfalten. Sie reißt dem schlafenden Teufel dreimal ein Haar aus und sagt, sie habe von dem Brunnen, dem Baum und dem Fährmann geträumt. So erhält das Glückkind die Haare, gibt dem Fährmann des Teufels Rat weiter, dem nächsten die Ruderstange zu geben, und lässt die Kröte im Brunnen und die Maus in der Baumwurzel töten, wofür er je zwei Esel mit Gold bekommt. Dem gierigen König sagt er, das Gold liege wie Sand am anderen Ufer. Dort gibt ihm der Fährmann die Stange, auf dass er fahren muss.“

Der versiegte Brunnen wurde schon Ende Juni im Kloster gebaut, der vertauschte Brief des Königs schon da übergeben. Der verdorrte Goldapfelbaum war am Freitag dran, die Geburt und die Hölle erst heute. Ein paar Szenenbilder:

(Prinzessin Isabelle, hinter ihr ihre Zofe, um sie herum das Aufnahmeteam)

Der Haushofmeister und hinter ihm der Bote, das Glückskind Hans

https://i2.wp.com/imageshack.us/a/img801/4786/soa4.jpg

Der versiegende Brunnen wurde im Klosterhof richtig gemauert, aber auf Plane, so dass man ihn gut hin- und her verlegen konnte.

https://i2.wp.com/imageshack.us/a/img850/8871/hmpw.jpg

Nochmal Prinzessin und Kammerzofe beim Briefempfang, der Blick der Regisseurin, ganz links im Bild, gilt aber denen, die den vertauschten Brief bringen.

Natürlich erfordert so ein grosses Filmprojekt eine Unmenge an logistischem Aufwand. Hier ist nur ein Teil der LKWs auf dem Parkplatz an der Wette zu sehen – das Basislager des Filmteams war unterhalb des Klosters auf dem Parkplatz am Ortseingang.

Auch Tiere spielen mit. Im Video erfährt man, dass beim Film „Taubenwerfer“ ein schwieriger Beruf ist, denn die sollen ganz natürlich am Ende wieder so durch das Bild fliegen wie geplant… und wenn nicht, müssen sie mit grossen Käschern im Kreuzgang wieder eingefangen werden für den nächsten Versuch. „Und Bitte!“ Hier im Bild jetzt das Pferd der Prinzessin Isabell:

Kaba heisst es übrigens im wirklichen Leben. Und die Schauspielerin der Prinzessin versucht hier vor dem Dreh der Goldapfelbau,-Szene, sich nochmal etwas an das Pferd zu gewöhnen (auch wenn es für einzelne Action-Szenen ein Isabell-Double gibt):

Und dann die Goldapfel-Baum Szene am abgestorbenen Baum über dem Prälatenweiher gedreht, mit einigen Gregorianik-singenden Komparsen und Komparsinnen:

Da wünschte sich das Team wohl, die Bauarbeiten an der Kälberstelle hätten schon angefangen… denn der Lärm von der L1208, der ehemaligen Bundesstrasse, war laut und übertönte in manchen Momenten alles, auch wenn der Tonmeisterm dessen Gerätschaften links im Bild ist, zum Teil den Ton von den Headset-Mikrophonen nimmt, die alle Sprechrollen in der Szene haben, und zum Teil den Sprechtext nachsynchronisieren lässt im Studio, wo alle Hintergrundgeräusche heruntergeregelt oder abgestellt werden können.

Soweit dieser kleine Einblick in den Filmdreh in Bebenhausen – hoffen wir, dass der Strom-Generator auf dem Parkplatz hinter dem Waldhorn heute nur als Geräusch und nicht als Lärm empfunden wird. Wenn doch: Heute ist der letzte Bebenhausen-Tag.

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