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Wasser war ein zentraler Standortfaktor für die Ansiedelung eines autark wirtschaftenden Klosters: Frisches Quellwasser wurde als Trinkwasser benötigt, Wasser aus Fließgewässern war als Energieträger und zur Reinigung des Klosters unerlässlich. Die natürlichen Gewässer lieferten Speisen wie Fische, Krebse oder Muscheln. Bei entsprechender Größe wurden sie zudem als Transportweg genutzt.
Die Zisterzienser optimierten die in den großen Benediktinerklöstern des 10. und 11. Jahrhunderts entwickelten Techniken der wasserbaulichen Infrastruktur und führten diese zu hoher Perfektion. Im 12. bis 14. Jahrhundert erforderten die personenstarken Konvente entsprechend umfangreiche Komplexe mit Latrinen, Badstuben und Waschhäusern für die Mönche und für die Konversen sowie entsprechende Anlagen für die Infirmerie. Für die optimale Funktion der Latrinen und für den Betrieb der Klostermühlen war eine gesicherte Wasserzufuhr in ausreichender Menge unabdingbar. Für die meisten Klöster wurden hierfür umfangreiche Wasserspeicher angelegt. Auch die Umleitung von natürlichen Gewässern diente diesem Zweck.

Die Zisterzienser legten besonders hohen Wert darauf, den Zugriff auf die Ressource Wasser vollumfänglich rechtlich abzusichern. Neben der Nutzung von Quellen galt dies vor allem für die Nutzung der Wasserkraft und die Fischereirechte. Ab dem späten Mittelalter wurden neben den Speicherseen gesonderte Fischweiher angelegt.
Fallstudien sind den Klöstern Bebenhausen, Maulbronn und Salem gewidmet, die von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg betreut werden.

Der Südkurier berichtet darüber mit Blick auf Salem. Die Pforzheimer Zeitung, mit Blick auf Maulbronn, schreibt dazu:

Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, stellte jetzt die Neuerscheinung zusammen mit dem Autor in Kloster Salem vor. „Das Bild, das sich ergibt, ist eindrucksvoll“, erklärt Hörrmann. „Dr. Ulrich Knapp ist es gelungen, die Forschung zu diesem Thema in den letzten Jahren zu erweitern und mit wirklich beeindruckenden neuen Erkenntnissen und Vergleichen zu versehen. Für uns ist es wichtig, dass wir damit wieder die Forschung an unseren Monumenten einen bedeutenden Schritt voranbringen konnten.“

Die Zisterzienser und das Wasser
unter besonderer Berücksichtigung der Abteien Bebenhausen, Maulbronn und Salem
Autor: Ulrich Knapp
Herausgeber: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
21 × 29,7 cm, 262 Seiten, 262 Farb- und 2 SW-Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-7319-0350-5
29,95 Euro (D), 30,80 Euro (A), 34,40 CHF