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Schachklub BebenhausenBEBENHAUSEN. Der Schachklub Bebenhausen 1992 hatte sich in seinem fünften online gespielten Städte-Vergleichskämpf wieder mit einem exklusiven Gegner verabredet. Der Edinburgh Chess Club ist nicht nur 25-facher Schottischer Meister, sondern auch der zweitälteste Schachverein der Welt. Bei so viel Ruhm konnten die Schönbucher die knappe 39:42-Niederlage verkraften.

Am 4. November 1822 gründeten 31 Schachfreunde den Edinburgh Chess Club, der damit nach der 1809 gegründeten Schach-Gesellschaft Zürich der zweitälteste Schachverein der Welt ist. Überliefert ist, dass 1824 ein aufsehenerregender Städte-Vergleichskampf zwischen Edinburgh und London stattgefunden hat. Die Züge wurden per Brief mit der Pferdekutsche transportiert. Die Partien wurden vier Jahre lang Zug um Zug in einer Reihe von Zeitungen veröffentlicht und erregten eine beträchtliche öffentliche Aufmerksamkeit. Viel Diskussion gab es als die Londoner einen schon auf den Postweg gebrachten Zug wieder zurückholen wollten. Doch der Pferdekutscher spielte nicht mit und Edinburgh gewann am Ende sensationell mit 3:2. Die Leidenschaft war so groß, dass 1850 noch immer hitzige Briefe zu diesem Thema an die Zeitungen geschrieben wurden. Fast 200 Jahre später hat der Edinburgh Chess Club ungefähr die Größe und Spielstärke des SK Bebenhausen.

So entwickelte sich ein spannender Wettkampf auf Augenhöhe, in dem die Goldersbachtäler vier Jugendspieler einsetzen. Mit Timur Kocharin sogar einen Elfjährigen. Die vom Präsidenten FIDE-Meister Neil Berry und dem ehemaligen Bebenhäuser Andre Antunes zusammengestellte Auswahl aus der schottischen Hauptstadt war gesetzteren Alters. Gespielt wurde in einer Mannschaftsstärke von 9 Spielern nach dem Scheveninger System. Das heißt, jeder Bebenhäuser musste gegen jeden Spieler von Edinburgh mit einer Bedenkzeit von 5 Minuten + 3 Sekunden Inkrement pro Spieler antreten. Nach drei Stunden Spielzeit setzte sich die Erfahrung gegen die oftmals zu schnell und forsch agierenden Schönbucher durch, die in der Besetzung Georg Braun, Rudolf Bräuning, Moritz Kracke, Lars Waffenschmidt, Christopher Schwerdelm, Lars Kasüschke, Christopher Freiherr von Hauff, Joachim Keller und Timur Kocharin antraten. Die fleißigsten Punktesammler bei den Siegern waren Calum MacQueen mit 7 Punkten aus 9 Partien sowie Adam Bremner und Sven Stocklose mit jeweils 6,5 aus 9. Bei Bebenhausen scorten Bräuning (7 aus 9) sowie Braun und Waffenschmidt (jeweils 6,5 aus 9) am besten. Beiden Teams war das Ergebnis aber nicht so wichtig. Vielmehr wurde die Deutsch-Schottische Freundschaft gefeiert und alle Beteiligten waren sich einig, dass man auch in diesen schwierigen Zeiten zusammenhält.

Am heutigen Samstag machen die Goldersbachtäler zum ersten Mal seit sechs Wochen eine Pause mit Ihren Städte-Freundschaftsspielen. Die Bebenhäuser Blitzschach-Koryphäen haben sich bei der 1. Württembergischen Online-Blitz-Mannschaftsmeisterschaft für das Finale qualifiziert, welches von 20 Uhr bis 21:30 Uhr live unter „https://lichess.org/tournament/1cfsQhMr“ verfolgt werden kann.

Der Edinburgh Chess Club im Internet: „http://www.edinburghchessclub.co.uk/„.

Die Schottischen Meister seit 1899 im Internet: „https://www.chessscotland.com/champions/richardson-cup-winner/„.

Das gesamte Friendly match Freundschaftsspiel Edinburgh Chess Club – Schachklub Bebenhausen 1992 im Internet: „https://lichess.org/team/friendly-match-edinburgh-chess-club-sk-bebenhausen„.