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Schachklub BebenhausenTÜBINGEN. In der vierten Runde der Oberliga Württemberg besiegte der Schachklub Bebenhausen in einem hochdramatischen Match die zweite Mannschaft vom TSV Schönaich mit 4,5:3,5 und holte somit wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Für große Spannung sorgte hierbei ausgerechnet der Bebenhäuser Team-Chef Rudolf Bräuning, dem nach über 100 Zügen im Springerendspiel die Nerven versagten, wodurch ein sichergeglaubter Mannschaftssieg beinahe aus der Hand gegeben wurde.

Der Mannschaftskampf begann mit einem frühen Remis an Brett 1, da Georg Braun gegen Schönaichs Nachwuchstalent Tobias Kölle nicht zu viel riskieren wollte. Unglücklich verlief dagegen die Partie von Ferdinand Stoll (Brett 2), welcher bereits in der Eröffnung in Zeitnot geriet und die Folgen eines Figurenopfers nicht überblicken konnte. Den ersten ganzen Punkt für die Goldersbachtäler erzielte Jürgen Roth (8), der im Londoner System mit Hilfe eines Zwischenzugs eine Qualität und somit die Partie gewann. Einen weiteren halben Punkt steuerte Boris Latzke (5) bei, der nach einem Bauernopfer seines jungen Gegners zeitweise die besseren Chancen hatte, den Mehrbauern aber schließlich nicht halten konnte.

Beim Zwischenstand von 2:2 zeichnete sich bereits ein knapper Bebenhäuser Sieg ab. Während Christoph Frick (7) seinen Gegner im Leichtfigurenendspiel zunehmend unter Druck setzte, konnte David Wendler (6) in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern und guten Gewinnchancen einlenken. Außerdem hatte Rudolf Bräuning (3) gegen Schönaichs dritten Nachwuchsspieler Nils Richter ein vorteilhaftes Springerendspiel auf dem Brett, in dem er jederzeit die Punkteteilung erzwingen konnte. Große Sorgen bereitete einzig die Stellung von Andreas Carstens (4), der in der sizilianischen Verteidigung ohne Kompensation einen Bauern verlor.

Nachdem sowohl Frick als auch Wendler ihre Stellungen zu einem vollen Punkt verwerten konnten, schien die Niederlage von Carstens nicht mehr ins Gewicht zu fallen und nur noch die Höhe des Tübinger Siegs offen. Im Verlauf der Partie mit immer kürzer werdender Restbedenkzeit konnte Bräuning in seinem Springerendspiel zunehmend Fortschritte erzielen und schließlich einen gesunden Mehrbauern reklamieren. Doch genau ab diesem Moment stellte Bräunings Kopf die Arbeit ein, und anstatt innerhalb von wenigen Zügen die Partie zu beenden, begann der Goldersbachtäler eine Folge von undurchdachten Königszügen, welche es dem Schönaicher nicht nur erlaubte, den Mehrbauern zu liquidieren, sondern auch noch die Initiative zu ergreifen. Fassungslos beobachteten die Spieler beider Mannschaften und der Schiedsrichter dieses nicht für möglich gehaltene Spektakel und rechneten nun fest mit Bräunings Niederlage und dem Mannschaftsremis. Doch dann gelang es Bräuning mit ein wenig Glück doch noch, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen und nach langen 116 Zügen seinen Springer gegen den letzten gegnerischen Bauern zu opfern, was gleichbedeutend mit einem halben Punkt war.

Große Überraschungen gab es in der vierten Runde der Oberliga Württemberg auch außerhalb von Tübingen. Mit Schwäbisch Gmünd gewann ein klarer Abstiegskandidat überraschend gegen Weiler im Allgäu, den großen Aufstiegsaspiranten der Liga. Dadurch führt die Tabelle nun überraschend die Mannschaft Schmiden/Cannstatt an, die in der Vorsaison bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern musste. Bebenhausen muss in der fünften Runde am 15.12 beim Aufstiegsfavoriten in Weiler antreten.

Die Einzelergebnisse:

SK Bebenhausen 1992 – TSV Schönaich 2 4,5:3,5

1. Braun, Georg – Kölle, Tobias 0,5:0,5

2. Stoll, Ferdinand – Tica, Sven 0:1

3. Bräuning, Rudolf – Richter, Nils 0,5:0,5

4. Carstens, Andreas – Buschle, Lukas 0:1

5. Latzke, Boris – Brunner, Jan 0,5:0,5

6. Wendler, David – Reck, Moritz 1:0

7. Frick, Christoph – Schnadt, Florian 1:0

8. Roth, Jürgen – Steinhart, Christoph 1:0

Alle Einzelergebnisse der 4. Runde: https://ergebnisse.svw.info/show/2019/2585/runde/4/

Die Tabelle nach der 4. Runde: https://ergebnisse.svw.info/show/2019/2585/tabelle/