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Kloster Bebenhausen Bernhard von Clairvaux und MariaDen „Heiligen Bernhard“ von Clairveaux kann man unterschiedlich bewerten. Zu seinen Lebzeiten gründeten die Zisterzienser über 150 Klöster, und auch Bebenhausen ist ja nicht nur „Tübingens kleinster Teilort“ (mit der grössten Fläche als Gemarkung) sondern vor allem geprägt vom Kloster, das die Zisterzienser in dieser Form gebaut haben. Zum „Bernhardstag“ am 20. August hat Lorenzo Zimmer dazu einen Text über Bernhard geschrieben (siehe hier, mit PayWall), den ein Leserbriefschreiber als zu einseitig positiven „Lobgesang“ kritisierte, weshalb Roland Fakler sich bemüssigt sah, die andere Seite zu beleuchten:

Kann er für uns ein verehrungswürdiges Vorbild sein? Für Friedrich Schiller war er ein „weltkluger, geistlicher Schuft“.

Bernhard weniger als Gelehrten sondern als Vertreter einer Lehre die er als die „Werte des finstersten Mittelalters“ bezeichnet, vom blinden Gehorsam gegenüber Obrigkeiten über die Verachtung der Frau bis zur Rechtfertigung von Kreuzzügen nicht nur gegen Muslime sondern auch gegen Andersgläubige Christen, die Albigenser, Katharer und Waldenser. Seine Kriegspredigten, so Fakler, wurden zu Vorbildern der Feldpredigten im Ersten und Zweiten Weltkrieg. (Zum ungekürzten Leserbrief im Tagblatt hier) Der Leserbrief endet mit dem oben wiedergegebenen Schiller-Zitat.

Ob mehr Vorbild oder mehr Schuft, oder mehr Kind seiner Zeit, kann und muss wohl am Ende jede Person für sich selbst entscheiden.