Schlagwörter

, , , , , , , ,

Schachklub BebenhausenGLADBECK. Der Schachklub Bebenhausen 1992 wurde seinem Ruf als Blitzhochburg wieder einmal gerecht. Die Schachkoryphäen aus dem Schönbuch mussten bei drei Deutschen Meisterschaften allerdings gegen zahlreiche Profis antreten und hatten dementsprechend einen schweren Stand. Zwei Wochen nachdem in Magdeburg Rudolf Bräuning an der Deutschen Blitzschach-Einzelmeisterschaft der Herren und Hannah Rösler an der Deutschen Blitzschach-Einzelmeisterschaft der Frauen teilgenommen hatten, stand in Gladbeck die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Blitzschach auf dem Programm.

Aufgrund einiger personeller Absagen kamen bei dieser Meisterschaft erstmals die Nachwuchstalente Lars Waffenschmidt und Alexander Alber zum Einsatz. Youngster David Wendler hatte bereits an der letztjährigen Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Blitzschach teilgenommen. Angeführt wurde die Mannschaft von den alten Hasen Georg Braun und Rudolf Bräuning. Klar war, dass mit dieser Aufstellung jeder Mannschaftspunkt ein Erfolg war. In der Startrangliste waren die Goldersbachtäler nur vor dem Ausrichter SG Gladbeck 19/23 auf dem vorletzten Platz platziert.

Doch die Schönbucher starteten mit einem knappen Sieg gegen die SG Aufbau Elbe Magdeburg sehr gut ins Turnier und gewannen in Runde 4 gegen Gladbeck glatt mit 4:0. Im weiteren Verlauf des Turniers erzielten die Bebenhäuser Siege gegen ESV Nickelhütte Aue, SC Kreuzberg, SK Landau, SF Brackel 1930 (Dortmund) sowie je ein Unentschieden gegen den TSV Schönaich und die Schachfreunde Berlin 1903. In der Endtabelle landete das junge Bebenhäuser Team mit 14 Mannschaftspunkten und 35 Brettpunkten auf Platz 23 im 26er-Feld. Die individuell recht homogene Punkteausbeute der Goldersbachtäler setzt sich wie folgt zusammen:

1. Georg Braun 10 Punkte aus 25 Partien

2. Rudolf Bräuning 11 Punkte aus 25 Partien

3. David Wendler 7 Punkte aus 25 Partien

4. Alexander Alber 3,5 Punkte aus 13 Partien

5. Lars Waffenschmidt 3,5 Punkte aus 12 Partien

Mit 49 Mannschaftspunkten und 85,5 Brettpunkten verteidigten die vom Rohstoffhändler Josef Resch gesponsorten Schachfreunde Bad Emstal/Wolfshagen ihren deutschen Meistertitel souverän. Diese Mannschaft setzte sich aus drei ukrainischen und einem russischen Großmeister zusammen und stellte mit Alexander Zubov den stärksten Spieler des Turniers. Zubov liegt mit einer Blitz-Elozahl von 2714 auf Platz 31 der Blitz-Weltrangliste und gewann im Dezember eine vielbeachtete Schnellpartie gegen Weltmeister Magnus Carlsen (siehe „https://www.youtube.com/watch?v=9ZTu_nSpxL0“). Der ukrainische Großmeister gab in den ersten 15 Punkten lediglich einen halben Punkt ab, bevor er in Runde 16 gegen den Bebenhäuser Georg Braun seine erste Niederlage hinnehmen musste. Der 25-jährige Mathematik-Student aus Riederich konnte Zubov in einer dramatische Partie niederringen. Trotzdem gewann Zubov 30 Elopunkte und wird nach Auswertung des Turnier in die TOP 20 der Welt vorrücken.

Deutscher Vizemeister mit gebührendem Abstand wurden die Schachfreunde Deizisau, für die am vierten Brett Deutschlands Nachwuchshoffnung Vincent Keymer spielte. Dritter wurde der Düsseldorfer SK 14/25.

Schon vor dem Knüller gegen Zubov hatte Georg Braun in Runde 15 gegen Großmeister Daniel Fridman, der aktuell die Nr. 3 in Deutschland ist und mit der Nationalmeisterschaft 2011 den EM-Titel gewann, für Aufsehen gesorgt. Braun stellte seinen Kontrahenten in einer Theoriediskussion zur Caro-Kann-Verteidigung, welche eine der Hauptwaffen von beiden Spielern ist.

Hier die Partienotation: Weiß: FM Georg Braun – Schwarz: GM Daniel Fridman, DBMM in Gladbeck, 8. Juni 2019

1. e4 c6, 2. Sc3 d5, 3. Sf3 Sf6, 4. e5 Se4, 5. Se2 Db6, 6. d4 e6, 7. Sf3-g1 f6, 8. f3 Sg5, 9. exf6 gxf6, 10. f4 Sf7, 11. Sf3 e5, 12. fxe5 fxe5, 13. dxe5 Lg7, 14. Sf4 Lg4, 15. e6 Sg5, 16. Le2 Se4, 17. Tf1 Lxb2, 18. Lxb2 Dxb2, 19. Dd4 Dc3+, 20. Dxc3 Sxc3, 21. Ld3 O-O, 22. Se5 Txf4, 23. Txf4 Lxe6, 24. Kd2 Se4+, 25. Lxe4 dxe4, 26. Tf6 Lc8, 27. Td6 Sa6, 28. Td8+ Kg7, 29. Tf1 Sb4, 30. Tf1-f8 a5, 31.Txc8 und Schwarz gab sich bald geschlagen. 1:0

Braun, der vor der Mittagspause 50 Prozent erzielte, startete nach der Mittagspause furios mit 4 Punkten aus 4 Partien. Nach den Siegen gegen Fridman und Zubov war sein Akku allerdings leer und der Bebenhäuser Spitzenspieler verlor die letzten 9 Partien. Trotzdem konnte sich Braun wie auch alle anderen Bebenhäuser Spieler über eine Blitzelo-Zuwachs freuen.

INFO: Beim Blitzschach müssen die Spieler in Sekundenschnelle Züge ausführen, denn eine Überschreitung der Bedenkzeit ist gleichbedeutend mit dem sofortigen Partieverlust. Während in Württemberg jeder Spieler 5 Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie 5 hat, wurde die deutsche Meisterschaft mit Fischer-Bedenkzeit ausgetragen, das heißt jeder Spieler hat zu Beginn 3 Minuten und erhält für jeden ausgeführten Zug einen Bonus von 2 Sekunden.

Alle Informationen zur deutschen Blitzschachmannschaftsmeisterschaft 2019: https://www.schachbund.de/dbmm2019.html

Kreuztabelle, Endstand, sowie alle Einzelergebnisse gibt es auch unter: http://chess-results.com/tnr447616.aspx

Einene Bericht gibt es auch unter: https://de.chessbase.com/post/dbmm-vierter-titel-in-serie-fuer-sf-bad-emstal-wolfhagen

Die Live-Weltrangliste im Blitzschach: https://2700chess.com/blitz

Werbeanzeigen