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Evangelische Kirchengemeinde Bebenhausen
„Psalter und Harfe, wacht auf“, die Liedzeile aus „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, steht programmatisch über der diesjährigen Bebenhäuser Bibellesenacht. Sie stammt aus dem 57. Psalm, in welchem der Beter – aus Not und Anfeindung gerettet – zum Gotteslob aufruft. Dieser und weitere ausgewählte Texte aus dem Psalter – dem biblischen Buch der Psalmen – stehen im Mittelpunkt der Bibellesenacht 2018. Die evangelischen Kirchengemeinden Lustnau und Bebenhausen sowie die katholische Kirchengemeinde St. Petrus laden dazu am Samstag, 3. November, um 19:30Uhr in die Klosterkirche nach Bebenhausen ein.

Für Martin Luther, aus dessen klassischer Bibelübersetzung eine Auswahl von Psalmen in Bebenhausen gelesen wird, war der Psalter eine „kleine Biblia“, „in der alles, was in der ganzen Bibel steht, aufs schönste und kürzeste zusammengefasst ist“. Dank Luthers ebenso einfühlsamer wie einprägsamer Übersetzung sind die Psalmen bis heute Teil der deutschen Sprachkultur sowie unseres kollektiven religiösen Gedächtnisses.
Für die frühe jüdische Gemeinde war die Sammlung von 150 Liedern Gesang- und Erbauungsbuch zugleich. Und auch für die christlichen Gemeinden haben die Psalmen von Anfang an herausragende Bedeutung, denn sie erlauben auch immer wieder die Verbindung zu dem Weg Jesu, den sie zu deuten helfen.

Als Zeugnisse von Menschen, die tief im Glauben Israels verwurzelt waren und in Freud und Leid Gott stets als treuen Begleiter erfahren haben, inspirierten die Psalmen Dichter wie Komponisten zu unzähligen Gesangbuchliedern und Kirchenchorälen. Aber im Unterschied zu diesen haben die Verfasser der Psalmen ihre Erfahrungen nicht in freier Dichtung zum Ausdruck gebracht, sondern in Formen, die ihren Ursprung im Gottesdienst Israels haben.
Aber was wären Psalmen, wenn sie nicht heute noch von Sängern gesungen und Musikern gespielt würden? Das Tübinger Instrumental- und Vokalensemble Chanter spürt in seinen Interpretationen die enge Verbindung zwischen den gebeteten Psalmen und den gesungenen Liedern auf und begleitet die Lesung der Psalmen mit Gesang, Harfe, Flöten sowie weiteren Saiteninstrumenten. Dabei schöpft es aus einem reichen Liederschatz, der von der Barockzeit bis ins 20. Jahrhundert reicht.

Die Bibellesenacht beginnt um 19.30 Uhr in der Bebenhäuser Klosterkirche. Das Programm wird gegen 21 Uhr zu Ende sein. Wer mag, ist anschließend eingeladen, im Austausch mit anderen das Gehörte bei Brot, Wein oder Wasser noch ein wenig nachklingen zu lassen.

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