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Schachklub BebenhausenLiebe Schachfreunde,

gestern vor einer Woche, am Freitag, den 3. Juni 2016 ist mit Muhammad Ali (geboren am 17. Januar 1942 als Cassius Clay) der vielleicht größte Sportler aller Zeiten gestorben (siehe  https://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Ali „).

Auch die Schachwelt hat zwei Prominente Abgänge zu beklagen:

Am vergangenen Montag, den 6. Juni 2016 verstarb in seiner Wahlheimat Schweiz 85-jährig mit Viktor Kortschnoi (geboren am 23. März 1931 in Leningrad) der Muhammad Ali der Schachspieler. Die Trauerfeier findet am kommenden Dienstag, den 14. Juni 2016 um 13:30 Uhr in der Abdankungshalle in Wohlen (Kanton Aargau) statt. Kortschnoi war immer ein Vorbild an Kampfkraft und kreativem Spiel. Manches Interview ist für die heutige Jugend in Bezug auf Einstellung und Umgang mit Computern wegweisend. Ich hatte das Vergnügen, 1998 zusammen mit Christoph Frick bei den damals noch in Frankfurt am Main beheimateten Chess Classics zuschauen zu dürfen. Von Siemens Nixdorf mit zwei VIP-Karten ausgerüstet, durften wir beim Empfang im Römer einen lustigen Vassily Ivanchuk erleben und tafelten am Abend am „Tisch Kortschnoi“ mit der lebenden Legende und seiner netten Frau Petra. Ein unvergessenes Erlebnis! Auch wenn ich mich mit Petra Leeuwerik 90 Minuten abseilte, um den 3:0-Sieg von Brasilien gegen Marokko im Fernsehen anzuschauen. Beim kräftigen Umtrunk mit Jan Timman waren wir wieder zurück. Zwei Nächte später trampte ich zur Fußball-WM nach Frankreich, wo ich rechtzeitig zum 3:0-Sieg des Gastgebers gegen Saudi-Arabien im nagelneuen Stade de France in Saint-Denis ankam. Kurz vor Schluß handelte sich Zinedine Zidane eine seiner berühmt-berüchtigen Roten Karten ab..

Als ich kurze Zeit später mit zwei Kumpels beim von Joop van Oosterom gesponserten Match Ladies gegen Veteranen in Monaco zuschauen wollte, traf ich Kortschnoi das erste Mal wieder. An einem spielfreien Tag stand er etwas verloren mit seiner Frau Petra vor dem Hotel oben in Roquebrune. Sie hatten gerade den Bus verpasst, der die Spielerinnen und Spieler zu einem Tagesausflug kutschieren sollte. Als er mich barfüßig sah, sprach er mich mit Namen an und fragte überrascht „Sind Sie nun Anhänger der indischen Religion?“. Die Folgejahre traf ich Kortschnoi nicht mehr als sechs Mal. Jedes Mal sprach er mich energisch an und war bestens im Bilde. Ich kenne keinen Menschen, auf den der Spruch „harte Schale, weicher Kern“ mehr zutrifft als auf Kortschnoi. Man konnte wunderbar mit ihm reden. Besonders erinnere ich mich an unsere Essen bei der Schach-Olympiade 2008 in Dresden und an die Veranstaltung 2009 mit den acht Weltmeistern im Züricher Hauptbahnhof.

Hier ein kleine Auslese https://de.chessbase.com/post/zum-tode-von-viktor-kortschnoj

http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/waischenfelder-erinnerungen-an-schachlegende-kortschnoi-1.5252959“

und schöne Bilder aus der Pulvermühle 2006 („http://www.steffans-schachseiten.de/include.php?path=news&catid=41&type=2“)

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/schachspieler-und-grossmeister-viktor-kortschnoi-ist-gestorben-14274127.html“

http://www.nzz.ch/panorama/legendaerer-schachspieler-viktor-kortschnoi-85-jaehrig-gestorben-ld.87125“

http://www.swisschess.ch/news-112/items/viktor-kortschnoi-im-alter-von-85-gestorben.html“

http://www.chess-international.de/Archive/57887“

http://www.nzz.ch/article79pvm-1.479065“

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/weitere/schachlegende-viktor-kortschnoi-ist-tot/story/14502853“

Im Bezug auf Computerschach und Einstellung besonders für junge Talente lesenswert ist ein Interview in der FAZ aus dem Jahre 2005 („http://www.faz.net/aktuell/sport/viktor-kortschnoi-ich-nehme-ein-schachbrett-mit-ins-grab-1210507.html“).

Nicht untypisch sein hartes Interview, nachdem er 2015 im Rollstuhl gegen Wolfgang Uhlmann gewonnen hatte („http://de.chessbase.com/post/keine-altersmilde-viktor-kortschnoi“).

https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kortschnoi“

Auch die Videos sind sehr lehrreich:

https://www.youtube.com/watch?v=A31W3G_kZ0M“

https://www.youtube.com/watch?v=q5B1Oq_CbAQ“

https://www.youtube.com/watch?v=FemOaJCuSmY“

https://www.youtube.com/watch?v=fB1d5GGooFY“

https://www.youtube.com/watch?v=ZgGu71t1igo“

https://www.youtube.com/watch?v=JOjQCjoY_Ac“

https://www.youtube.com/watch?v=yy4kyjsgTbA“

Auf „https://www.youtube.com/watch?v=TNiJRTv9iuk“ sieht man den dicken Bräuning bei der Schach-Olympiade 2008 in Dresden im Turnierareal angeregt mit Dr. Matthias Birke reden und auf Kortschnoi warten. Kortschnoi war wegen eines Remis gar nicht begeistert und musste sich vom schweizerischen Teamchef Artur Jussupow beruhigen lassen. Als dann auch noch eine erwachsene Frau ein Autogramm in ihr Buch direkt neben ein Karpov-Foto haben wollte, war´s aus mit dem Spaß („da ist Karpov, will Buch nicht“). Kortschnoi gab übrigends Kindern meist bereitwillig Autogramme. Wenn ein Erwachsener ein Autogramm wollte, fand er dies völlig daneben („Haben Sie noch etwas zu tun?“). Beim anschließenden Essen war der Meister allerdings schnell wieder bester Dinge.

Eines meiner Lieblingsvideos ist von Frank Zeller über Kortschnois Sieg 2009 gegen meinen Freund Karsten Volke („https://www.youtube.com/watch?v=5ZGufnQDYck“). Als Karsten nicht rechtzeitig aufgab, gab´s den Hinweis „Ich bin Schach-Großmeister“, worauf Karsten antwortet „Dann geb´ ich auf“.

Niederlagen gegen männliche Ungarn („https://www.youtube.com/watch?v=xSxpCw6IduE“) und besonders gegen freche weibliche Ungarinnen „https://www.youtube.com/watch?v=Y2mq8C6ydMo“ haben ihm gar nicht gefallen.

Auch Remisen gegen Frauen fand er nicht lustig „https://www.youtube.com/watch?v=kjaJCzpBCP4“.

Ebenso eine Legende war der am 15. Mai 2016 nach langer Krankheit verstorbende Dr. Gerhard Fahnenschmidt (geboren am 5.8.1940). Er war zwar nicht so schlagkräftig wie Muhammed Ali und so kämperisch und giftig wie Viktor Kortschnoi, aber für alle jungen Schachspieler war er Kult.

Schlagkräftig war er sehr wohl, allerdings mit Worten. Sein Humor war genial. Ich hatte nicht oft das Vergnügen, Kadertraining an der Stuttgarter Universität zu genießen. Wie wenn es gestern stattgefunden hätten, kann ich mich heute allerdings noch an Vieles erinnern. Zum Beispiel seine Weiß-Vorbereitung gegen Wolfgang Unzicker 1.d4 Sf6, 2.c4 e6, 3.Sf3 b6, 4.a3 Lb7, 5.Sc3 d5, 6.cxd5 Sxd5, 7.e4!? (hatte er aus einem russischen Monats-Heftchen, das er immer Zug für Zug durchackerte) Sxc3, 8.bxc3 Lxe4, 9.Se5. Unzicker spielte nun 9…Lb7 und die Kampfpartie endete später remis. Wie analysierten das von „Fahne“ gefürchtete („Diese Risiko musste ich eingehen“) 9…Dh4, welches noch heute der beste Zug ist.

Ja, der Meister spielte jahrzehntelang in der 1. Bundesliga an einem vorderen Brett und hielt auch gegen Weltklasse-Großmeister sehr gut mit. Mit Muhammad Ali hatte er gemeinsam, dass er von der Krankheit immer mehr gezeichnet war. Zuletzt im Rollstuhl (wie Kortschnoi) brach seine DWZ völlig ein. Mit Kortschnoi hatte er auch gemeinsam, dass er das Schachspielen bis zuletzt über Alles liebte. Schrecklich, dass diesem lebendigen, lustigen Menschen zuletzt nur das Altersheim blieb.

Mir wird neben „Fahnes“ Humor besonders sein Härte beim Blitzspiel und unsere gemeinsamen Fahrten zum Bodensee-Cup jedes Jahr Anfang Mai in Erinnerung bleiben. Obwohl von der Krankheit schon schwer gezeichnet, ließ es sich Fahne nicht nehmen, so lang es ging, mit dem eigenen Auto nach Süden zu fahren. Zuerst umklammerte er mit beiden Händen und Armen das Lenkrad. Wenn er nicht immer wieder gesummt oder Geschichten erzählt hätte, hätte man denken können, er sei eingeschlafen. Dann wurde auch der Fahrstil immer wackliger. Ich bin kein angstfreier Beifahrer. Dass ich trotzdem das Risiko des Mitfahrens bis auf Fahnes letzte Teilnahme immer auf mich genommen haben, läßt erahnen, wie ich Fahnes pointierte und humorvolle Ausführungen immer genossen habe.

Hier einige Nachrufe an die Legende und ein netter Beitrag aus seiner hessischen Jugendzeit.

http://www.gemeinsam-gedenken.de/gedenkseiten/detail/dr-gerhard-fahnenschmidt/“

http://www.svw.info/praesidium/11625-traurige-mitteilung-dr-gerhard-fahnenschmidt-verstorben“

http://phille.de/ehemalige/index.php/ct-menu-item-5/31-schulerinnerungen-50er-jahre“

http://www.vfl-sindelfingen.de/de/abteilungen/schach“

http://www.schachbund.de/news/gerhard-fahnenschmidt.html“

Nun aber noch etwas Schach für Lebende:

Am morgigen Sonntag, den 12. Juni 2016 findet in Balingen-Frommern ein Schnellschachturnier mit Balinger Stadtmeisterschaft zum 50-jährigen Bestehen des Schachvereins Stockenhausen/Frommern (siehe „http://www.svw.info/images/stories/bezirke/as/sbas/Archiv2016/Jubilaumsturnier-Frommern.pdf“ und „http://www.svw.info/bezirke/as/turniere/seniorenmeisterschaft/11563-jubilaeumsschnellschach-50-jahre-sv-stockenhausen-frommern“) statt.

Wer Interesse hat, soll sich per Mail bei mir melden. Die Züge fahren allerdings sehr ungünstig, so dass wir uns schon um 7:15 Uhr in der Tübinger Bahnhofshalle treffen müssen. Wer mit dem Auto fährt und noch Plätze frei hat, soll dies bitte unbedingt schnell mitteilen. Bisher weiß ich, dass Frank Häußler, Daniel Khoshnevis, Timur Kocharin und Rudolf Bräuning nach Frommern fahren.

Am Freitag, den 17. Juni 2016 findet ab 16 Uhr Jugendtraining und Spielabend im Hirsch statt.

Am Sonntag, den 19. Juni 2016 ist Doppel-Heimspiel-Tag in der Bezirksjugendliga U20 (siehe „http://ergebnisse.svw.info/show/2015/1723/runde/6/“).

Am Freitag, den 24. Juni 2016 findet ab 16 Uhr Jugendtraining und Spielabend im Hirsch statt.

Das nächste Monatstraining des SK Bebenhausen findet ebenfalls am Freitag, den 24. Juni 2016 um 20 Uhr in der Begegnungsstätte Hirsch (Hirschgasse 9 in der Tübinger Altstadt) statt. Boris Latzke und Franz Kroh erklären das doppelte Läuferopfer.

Die weiteren Termine für das Jahr 2016: 24.6. // 29.7. // 26.8. // 30.9. // 28.10. // 25.11.2016.

Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Am Samstag, den 25. Juni 2016 spielt unsere erste Jugendmannschaft in der BW-Liga U20 bei den SF Göppingen (siehe „http://ergebnisse.svw.info/show/2015/1723/runde/6/“).

Am Freitag, den 1. Juli 2016 findet ab 16 Uhr Jugendtraining und Spielabend im Hirsch statt.

Ebenfalls am Freitag, den 1. Juli 2016 findet ab 20 Uhr unser nächstes Monatsblitzturnier statt:

Offenes Monatsblitzturnier des SK Bebenhausen mit Jahreswertung, jeden ersten Freitag im Monat, 20 Uhr, Begegnungsstätte Hirsch in der Hirschgasse 9 (Altstadt) in 72070 Tübingen.

Dieses Turnier bietet sich besonders auch als Vater-Sohn-Turnier an.

Das Monatsblitzturnier findet nun schon seit neun Jahren statt. Die Teilnehmerzahlen:

2007: 34
2008: 39
2009: 44
2010: 34
2011: 40
2012: 36
2013: 45
2014: 39
2015: 50

Nach Meinung der Mehrzahl der Teilnehmer soll alles so bleiben wie es ist. Das heißt:

– weiterhin strikt am ersten Freitag im Monat.

– weiterhin ohne Start- und Preisgeld, aber mit
Preisgeldern für die Jahreswertung 2016:
80 € für Platz 1
70 € für Platz 2
60 € für Platz 3
50 € für Platz 4
40 € für Platz 5
und Kategoriepreisen für die Jahreswertung 2016:
40 € für Platz 1 unter DWZ 2000
30 € für Platz 1 unter DWZ 1800
20 € für Platz 1 unter DWZ 1600
10 € für Platz 1 unter DWZ 1400
Es gelten die DWZen auf „www.schachbund.de/datenbank.html“ vom 15.12.2016, 23:59 Uhr. Der höhere Preis geht immer vor. Jeder Preis wird nur bei mindestens 3 Teilnehmern in dieser Kategorie fällig.

– weiterhin drei Streichresultate für die Jahreswertung.

– bei Punktgleichheit entscheidet die geringere Anzahl an Turnierteilnahmen.

– weiterhin soll jedes Monatsblitzturnier bis spätestens 24 Uhr beendet sein.

Zwischenstand der Jahreswertung 2016 nach sechs Turnieren:

Punkte Einzelergebnisse

1. Andreas Carstens 51 ( 8 10 5 10 9 9 )

2. Rudolf Bräuning 39 ( 9 – 10 – 10 10 )

3. Martin Vogel 25 ( – 9 8 8 – – )

4. Boris Latzke 23 ( – – 7 – 8 8 )

5. Bernd Köller 22 ( 7 0 0 5 3 7 )

6. Leander Grimm 18 ( – – 3 7 6 2 )

7. Daniel Khoshnevis 17 ( – 4 0 – 7 6 )

8. Werner Wendler 16 ( – 8 – – 5 3 )

9. David Wendler 16 ( – 6 4 – 2 4 )

10. Seug-Zin Nam 13 ( 3 – – 9 1 – )

11. Horst Köller 12 ( – 2 – 6 4 – )

12. Frank Häußler 11 ( 5 5 1 – – – )

13. Philipp Kaulich 10 (10 – – – – – )

14. Georg Braun 9 ( – – 9 – – – )

15. Joachim Kitzberger 9 ( – 7 2 – – – )

16. Timo Lebeda 6 ( – – 6 – – – )

16. Renato Bajer 6 ( 6 – – – – – )

18. Ralf Morvai 6 ( – 3 – 3 – – )

19. Benedikt Marx 6 ( 2 – – 4 0 – )

20. Christopher Freiherr von Hauff 5 ( – – – – – 5 )

21. Hannah Rösler 5 ( 4 1 0 – 0 – )

22. Simon Aschermann 3 ( 1 0 0 2 – – )

23. Jonas Ortner 1 ( – – – – – 1 )

24. Mike Nicol 0 ( – 0 – – – – )

24. Paolo Mori 0 ( – – – – 0 – )

Die weiteren Termine für das Jahr 2016: 1.7., 5.8., 2.9., 7.10., 4.11., 2.12.2016.

Ihr seid alle herzlich eingeladen!

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