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Immer wieder Dienstags – aber nicht jede Woche – finden Sie hier Prominente, BewohnerInnen und Gäste Bebenhausens. In der neunten Folge Johann Ludwig „Louis“ Uhland (* 26. April 1787 in Tübingen; † 13. November 1862 ebenda). Er war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.

Auf der Webseite der Stadt Tübingen zu Bebenhausen heisst es über ihn:

Der Tübinger Dichter und Literaturhistoriker war häufig in Bebenhausen. In seinem Gedicht „Der letzte Pfalzgraf“ (1847) schildert er, wie die Pfalzgrafen von Tübingen durch Schenkungen an das Kloster Bebenhausen verarmten.

Ludwig Uhland wuchs in Tübingen auf. Sein Geburtshaus in der Tübinger Neckarhalde 24 ist bis heute, denkmalgeschützt mit unveränderter Fassade, der Nachwelt erhalten geblieben. Wenige Monate nach Ludwig Uhlands Geburt, zog die Familie in das Haus des väterlichen Großvaters in die Hafengasse um. Seit seinem 25. Lebensjahr (1812) wohnte Ludwig Uhland in Stuttgart. 1831 zog Ludwig Uhland mit seiner Frau wieder zurück nach Tübingen, wo sie ab 1836 in einem klassizistischen Anwesen wohnten, das nahe der Neckarbrücke unterhalb des Österbergs gelegen war.[3]

Uhland und die Könige Friedrich und Wilhelm I von Württemberg

Im Jahr 1815 berief Friedrich I., der unter der Oberhoheit von Napoleon Bonaparte den Königstitel angenommen hatte, eine allgemeine Ständeversammlung ein, um ihr den Entwurf einer neuen Verfassung vorzulegen. Nun kam es zu einem jahrelangen Ringen um die Bestimmungen dieses württembergischen Grundgesetzes, da die Abgeordneten zäh an den alten Regeln festhalten wollten. In dieser erbitterten Auseinandersetzung wurde Ludwig Uhland am 26. Juli 1815 führender Sprecher der Landstände. Für die Sache des „Alten Rechts“ setzte er auch seine poetischen Fähigkeiten ein und verfasste eine Reihe von Gedichten, in denen er die Grundsätze einer Verfassung im Sinn der Landstände darlegte. Da seine Verse bei vielen Versammlungen vorgetragen wurden, wuchs seine Volkstümlichkeit noch weiter.

Erst unter dem neuen König Wilhelm I. wurden die Beratungen über die Verfassung 1819 mit einem Kompromiss abgeschlossen. Auch Uhland musste schließlich zugeben, dass in ihr viel Gutes enthalten sei: Steuerbewilligung durch den Landtag sowie Mitwirkung an der Gesetzgebung, Einrichtung eines Staatsgerichtshofs zum Schutz der Verfassung, volle Pressefreiheit. Nicht gutheißen konnte er die Teilung des Landtags in zwei Häuser, die Einrichtung einer Adelskammer neben der herkömmlichen Volkskammer. Die feierliche Verkündigung des Grundgesetzes wurde am 29. Oktober 1819 in Stuttgart mit der Aufführung von Uhlands Drama Ernst, Herzog von Schwaben begangen.

Uhland als Tübinger Professor für Germanistische Mediävistik (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters

Uhlands Bemühen um einen Lehrstuhl hatte erst Ende 1829 Erfolg. Er wurde zum Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tübingen ernannt. Das Ehepaar Uhland zog im April 1830 von Stuttgart nach Tübingen. Eine Anekdote besagt, dass er beim Auszug aus der Landeshauptstadt einen Lorbeerkranz bekommen habe, den er aber in einem Wald an einen Baum hängte, weil nach seinen Worten der Natur diese Ehrung eher zukomme als ihm. Auszeichnungen dieser Art ließen sich mit seiner Bescheidenheit nur schwer vereinbaren.

Am 3. Mai 1830 hielt Uhland seine erste Vorlesung. Seine Studenten waren angetan von seiner Persönlichkeit. Sie spürten die Begeisterung, mit welcher er sich selbst für die von ihm vorgetragenen Themen interessierte. Uhland arbeitete intensiv auf dem noch jungen Gebiet der germanistischen Mediävistik (damals als „Altgermanistik“ bezeichnet) und trug zum Siegeszug dieser Disziplin bei.

Die letzten Jahre Uhlands

Kurz nach seinem Bebenhausen-Gedicht „Der letzte Pfalzgraf“ (1847) ging Uhland das dritte Mal in die Politik. Zweimal war er jahrelang Mitglied des Landtags von Württemberg gewesen, Im Revolutionsjahr 1848 wurde er von den Bürgern seiner Heimatstadt Tübingen mit mehr als 90 Prozent der Stimmen zum Abgeordneten der Nationalversammlung, die ihren Sitz in der Frankfurter Paulskirche hatte, gewählt. Dort hielt er im Allgemeinen zum linken Flügel, den sogenannten „Demokraten“. Nach dem Scheitern der Paulskirche kehrte Uhland nach Tübingen zurück.

Ludwig Uhland verstarb am 13. November 1862 im Alter von 75 Jahren und wurde auf dem Tübinger Stadtfriedhof beigesetzt. Ein klassisch schlicht behauener Granitblock, nur mit dem Namen Ludwig Uhlands und einer bekrönenden, in Stein gehauenen sternförmigen Rosette versehen, schmückt die Grabstätte des bedeutenden Dichters und Politikers.

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