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wappenBADEN-BADEN. Im Finale der drei besten U14-Teams der Badischen Schachjugend und der drei besten U14-Teams der Württembergischen Schachjugend erkämpfte sich der Schachklub Bebenhausen 1992 die Vizemeisterschaft. Allerdings mussten die Jungs um Spitzenspieler Leander Grimm hart arbeiten, bevor sie einen der drei Qualifikationsplätze für die Deutsche Meisterschaft sicher hatten.

Schon die Anreise war ein Aufreger: Da Georg Braun und Philipp Kaulich auf dem Weg nach Metz zu ihrem Debüt in der Deutschen Jugend-Nationalmannschaft waren, fuhren die U14-Youngster des SK Bebenhausen mit ihrem Teamchef Rudolf Bräuning bis Karlsruhe in denselben Zügen. Während Braun und Kaulich auf dem Karlsruher Bahnhof von Großmeister Philipp Schlosser in Empfang genommen wurden, reisten die Nachwuchshoffnungen weiter nach Baden-Baden.

In der ersten Runde gegen den Schachring Spaichingen 1968 sorgten Niklas Greitmann (Brett 4) und Christopher Freiherr von Hauff (2) früh für eine 2:0-Führung. Nachdem auch Leander Grimm (1) ein mühsames Remis ergatterte, war der Mannschaftssieg sicher. Die unnötige Niederlage von
Davide De Rentiis (3), der eine ordentliche Partie durch einen Figureneinsteller verdarb, war somit zu verschmerzen. Vor den zwei wichtigen Samstagsrunden waren die Goldersbachtäler also auf Kurs.

Gegen den SV Walldorf 1947 war Grimm am Spitzenbrett völlig von der Rolle und musste schon nach 17 Zügen seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Freiherr von Hauff (3) glich jedoch mit einem souveränen Sieg mittels der holländischen Leningrader Variante aus. Trotz Wissenslücken im Endspiel besorgte David Wendler (2) die 2:1-Führung. Zuletzt verzockte Greitmann (4) seinen Raumvorteil und musste schließlich das schwache 2:2 quitieren.

Gegen die Karlsruher SF 1853 pausierte der sich in einem Formtief befindliche Grimm. Freiherr von Hauff (2) besorgte mit dem mutigen Traxler-Gambit das 1:0, welches allerdings nicht lange Bestand hatte, weil Greitmann (4) einen Bauern nach dem anderen einstellte. Da sich der sichere Sieg von De Rentiis (3) bereits abzeichnete, verschenkte Wendler (1) in klarer Gewinnstellung einen vollen Punkt und beglückte seinen Gegner mit einen Remis. Obwohl sie sich auch am Samstag sehr schwer taten, lagen die Schönbucher vor der Pflichtaufgabe gegen die SF Heilbronn-Biberach 1978 und dem Kürprogramm gegen die OSG Baden-Baden 1922 immer noch gut im Rennen.

Gegen die Unterländer machten die Bebenhäuser dann auch den Sack zu. Freiherr von Hauff (3) gewann souverän mit der skandinawischen Verteidigung. Nach der chancenlosen Niederlage von De Rentiis (4) kämpften Grimm (1) und Wendler (2) die ersatzgeschwächten Biberacher nieder. Die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft zwischen Weihnachten und Silvester in Regensburg war geschafft!

In der Schlussrunde hätte es gegen den haushohen Favoriten Baden-Baden fast zur Sensation gereicht. Zwar verlor Grimm (1) schnell und chancenlos, aber Freiherr von Hauff (3) ließ mehrere Siegchancen aus, bevor er seinem Gegner zum Sieg gratulieren musste. Wendler (2) verwandelte eine sehr gute in eine Verluststellung, die er dann mit viel Glück Remis hielt. Zu guter Letzt gelang Greitmann (4) gegen die französisch-deutsche Spitzenspielerin Chelsea Fesselier eine Glanzpartie, die er am Ende durch Zeitüberschreitung seiner Gegnerin gewann. Obwohl die Deutschen Rekordmeister aus Baden-Baden an jedem Brett überlegen waren, lamentierten die Schönbucher, was gewesen wäre, wenn Freiherr von Hauff eine seiner Gewinnfortsetzungen gewählt hätte.

Auf der anderen Seite konnten und mussten die Goldersbachtäler auch zufrieden sein. Hätte es gegen Karlsruhe nicht 2,5:1,5, sondern 1,5:2,5 geheißen, wäre der Traum von der Deutschen ausgeträumt gewesen. Erfolgreichste Punktesammler der Schönbucher waren Freiherr von Hauff
mit 4 Punkten aus 5 Partien an Brett 3 und Wendler mit 3 aus 4 an Brett 2.

Die Abschlusstabelle des Finale der Baden-Württembergischen Vereinsjugend-Mannschaftsmeisterschaft in der Altersklasse U14:

Brettpunkte
Mannschaftspunkte

1. OSG Baden-Baden 1922         16,5:3,5       10:0
2. SK Bebenhausen                    11,5:8,5         7:3
3. SV 1947 Walldorf                       11:9            7:3
4. Karlsruher SF 1853                      8:12          4:6
5. SR Spaichingen 1968                   7:13          2:8
6. SF Heilbronn-Biberach 1978        6:14          0:10

Bildunterschriften:

DSCN6389.JPG: Das U14-Team des SK Bebenhausen konzentriert bei der Arbeit gegen die OSG Baden-Baden 1922 (von links nach rechts): Leander Grimm, David Wendler, Davide De Rentiis zuschauend, Christopher Freiherr von Hauff und Niklas Greitmann

DSCN6408.JPG: Baden-Württembergischer Vizemeister in der Altersklasse U14: SK Bebenhausen mit (von links nach rechts): Davide De Rentiis, Leander Grimm, Topscorer Christopher Freiherr von Hauff mit Pokal, David Wendler und Niklas Greitmann

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