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Ende Februar stand es in der Zeitung: Das Tübinger Rosenfest, das einst an der Tübinger Sternwarte begann, im Alten Botanischen Garten weiterging, dann nach Bebenhausen verpflanzt worden war, habe zuletzt „den klösterlichen Rahmen gesprengt“, wie es im Tagblatt heisst:

10000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zur einstigen Königsresidenz, um die Königin der Blumen zu bewundern. „Wir haben den Ort penetriert“, gibt Veranstalter Ulf Siebert zu. Bebenhausens Anwohner seien zwar grundsätzlich von der Rosenschau angetan gewesen, aber die Last des Autoverkehrs wog so schwer, dass man das Rosenfest zuletzt nur noch knicken konnte.

Die Sorge um die überquellenden Besucherzahlen teilte wohl auch der Oberbürgermeister, ohne diesbezüglich vom Ortschaftsrat oder Ortsvorsteher gedrängt worden zu sein. Laut Schwäbischem Tagblatt weiter: „Bebenhausen war am Rosenfest-Wochenende quasi abgeschnitten vom Rest der Welt“, so auch Oberbürgermeister Boris Palmer – und, alarmierend genug, auch für die Feuerwehr unerreichbar. Es gab laut Palmer nur die Möglichkeiten, das Fest kleiner zu gestalten, es sterben zu lassen oder ihm einen anderen Ort zu suchen. In geschrumpfter Form rechne es sich nicht für die Veranstalter, antwortete ihm Ulf Siebert. Außerdem fragte er sich, wie um Himmelswillen man anreisende Besucher abweisen sollte.

Näher an der Innenstadt der Alternativvorschlag des Oberbürgermeisters: Der Anlagenpark zwischen Uhlandstrassen-Gymnasien und Busbahnhof. Das hat dem Tagblatt-Bericht zufolge auch der Veranstalter Ulf Siebert einen guten Vorschlag gefunden: „Die Verwaltung könne solche Vorschläge machen, der Gemeinderat müsse nur dem gesamten Veranstaltungskalender der Stadt zustimmen. Der Festplatz beim Freibad lag außer Reichweite, er war am Rosenfest-Wochenende ohnehin vom Afrika-Festival gebucht. Die Vorstellung schließlich, dass die 60 bis 80 Aussteller des Rosenfestes ihre Züchtungen und Gartenartikel rund um den Anlagensee offerieren, gefiel Siebert sehr, und er nahm das Angebot an.

In der Kloster- und Schlossverwaltung, wo dieses Jahr als Grossereignis erstmals der Kloster- und Naturpark-Markt des „Chocolart“-Veranstalters „Tübingen Erleben“ geplant ist, macht man sich unterdessen grundlegende Gedanken über ein Konzept, nach dem grössere Veranstaltungen und Märkte im Kloster Bebenhausen künftig weiter oder wieder möglich – und für die Ordnungsbehörde der Stadt Tübingen genehmigungsfähig – sein können.

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