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Laufen und schießen: Herbstbiathlon anno 1938: Erst wurde acht Kilometer gelaufen, dann geschossen – so war das damals beim zweiten Schönbuch-Waldlauf von Tübingen nach Bebenhausen.

Weil der Stifter des Wanderpokals, der nationalsozialistische (NS) Dozentenführer und Anatomie-Professor Robert Wetzel, es so wollte, ist der Wettbewerb als Mannschaftslauf ausgetragen worden. Bei der Ankunft am Schießplatz in Bebenhausen wurde der letzte Mann gewertet.

Start war am Anatomischen Institut auf dem Österberg, von dort ging’s die Wilhelmstraße hinaus auf die Eberhardshöhe durch den Schönbuch. Alle Teams bekamen eine Wegkarte mit. 13 Teams mit je zehn Läufern machten mit. Strömend geregnet hat’s, die Waldwege waren verschlammt. Auf der Strecke mussten zwei Kontrollpunkte angelaufen werden, „von denen der zweite etwas schwer zu finden war“, wie die „Tübinger Chronik“ schrieb.

Sofort nach dem Lauf mussten „die Kameraden“ innerhalb einer Minute auf eine Zwölfer-Ringscheibe liegend freihändig je fünf Schüsse abgeben. Und anschließend wurde wie im Vorjahr die „Kameradschaft Yorck“ im Bebenhausener „Hirsch“ von den NS-Honoratioren zu ihrem Sieg beglückwünscht: Lauf-Organisator Fritz Bauer, Direktor des damaligen „Institut für Leibesübungen“, rasselte die Ergebnisse runter und „stellte fest, dass sich alle Mannschaften sehr gut geschlagen haben“. Und der Professor Wetzel betonte, „dass der Lauf schwer gewesen sei“.

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