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Schachklub Bebenhausen 1992 e.V.BADEN-BADEN. Bei der Baden-Württem-bergischen Mannschaftsmeisterschaft der weiblichen Jugend U14 ereilte das neuformierte Team des SchachKlubs Bebenhausen das gleiche Schicksal wie die männliche Jugend U12. Auch die Bebenhäuserinnen spielten stark, wuchsen zeitweise über sich hinaus, scheiterten am Ende jedoch ebenfalls zunächst hauchdünn an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Wie schon bei den Jungs gewann die mit Weltklassespielerinnen gespickte Auswahl des Gastgebers OSG Baden-Baden 1922 das Turnier.

In der 1. Runde trennten sich die Schönbucherinnen nach einem hoch dramatischen Match mit einem 2:2 vom SK Endingen. Helena Schwärzler brachte die Goldersbachtälerinnen an Brett 4 mit einem souveränen Sieg in Führung. Arina Dobryden (Brett 3) verlor allerdings chancenlos. An den beiden Spitzenbrettern überschlugen sich in Zeitnot die Ereignisse. Eileen Wettach (2) gewann mit 42 Sekunden Restbedenkzeit, während Hannah Rösler (1) ihre klare Gewinnstellung noch wegwarf. Die Bebenhäuserinnen waren nach dieser Dramatik hellwach und wussten, dass sie mithalten konnten.

Das weibliche U14-Team des Schachklub Bebenhausen 1992 bei der Arbeit mit (von links nach rechts) Helena Schwärzler, Arina Dobryden, Eileen Wettach und Hannah Rösler.

Das weibliche U14-Team des Schachklub Bebenhausen 1992 bei der Arbeit mit (von links nach rechts) Helena Schwärzler, Arina Dobryden, Eileen Wettach und Hannah Rösler.

Gegen das außer Konkurrenz antretende U20-Team des SK Freiburg-Zähringen 1887 setzte es in Runde 2 allerdings eine unnötige Niederlage. Nach einem sicheren Sieg von Dobryden (3) mussten Rösler (1) und Schwärzler (4) heftige Niederlagen einstecken. Trotz Mehrdame verlor Wettach (2) durch Zeitüberschreitung, so dass die 1:3-Mannschaftsniederlage perfekt war. Doch die 10-jährige Bebenhäuserin sollte in Zukunft schneller spielen und zu einer großen Stütze ihres Teams werden.

In Runde 3 setzte es gegen das hoch eingeschätzte Team der Karlsruher SF 1853 I zwei schnelle Niederlagen an den Bretter 3 und 1 durch Dobryden und Rösler, die gegen die Deutsche Spielerin des Jahres 2013, Paula Wiesner, natürlich keine Chance hatte. Verblüffenderweise verkürzte Schwärzler (4) durch einen souveränen Sieg und Wettach drehte dieses Mal den Spieß um und hob Ihre Gegnerin in ausgeglichener Stellung über die Zeit, was das vielumjubelte 2:2 gegen den letztjährigen Vierten der Deutschen Meisterschaft bedeutete.

Gegen die OSG Baden-Baden 1922 setzte es beim 0:4 in der 4. Runde katastrophale bis chancenlose Niederlagen, lediglich Rösler verkaufte sich am Spitzenbrett teuer.

Ein umgekehrtes Bild brachte die 5. Runde gegen die sehr jungen Gegnerinnen der Karlsruher SF 1853 II. An den hinteren Brettern gewannen die Goldersbachtälerinnen sicher. Nur Rösler musste sich am Spitzenbrett Ihrer starken Gegnerin geschlagen geben.

In Runde 6 spielte Dobryden (3) gegen den SC Ersingen zu schnell und verlor. Ihre Teamkameradinnen holten jedoch die Kohlen aus dem Feuer und sorgten für einen 3:1-Sieg. Der dritte Platz, der für die Deutsche Meisterschaft zwischen Weihnachten und Neujahr in Magdeburg berechtigte, war zum Greifen nahe.

In der Schlussrunde wartete mit dem SK Ettlingen eigentlich ein schlagbaren Gegner. Schon ein 2:2-Unentschieden hätte den sicheren dritten Platz bedeutet. Doch die Schönbucherinnen kamen nach dem frühen Aufstehen und dem harten Wettkampftag auf dem Zahnfleisch daher. Ausgerechnet jetzt versagten Leistungsträgerin Wettach an Brett 2 die Nerven. Nach einem schweren Fehler war nichts mehr zu machen und auch Dobryden (3) verlor verdient. Nach dem sicheren Sieg der zweiten Leistungsträgerin Schwärzler (4) keimte wieder Hoffnung auf. Rösler gab am Spitzenbrett alles, konnte aber Ihre Niederlage zum 1:3 nicht mehr verhindern.

So wussten die Bebenhäuserinnen nicht, ob sie sich über ihren gelungenen Auftritt bei ihrer Premiere freuen oder über die verpassten Chancen trauern sollte. Dass am Ende nur ein winziges halbes Brettpünktchen für die Deutsche fehlt, fanden die ehrgeizigen Schönbucherinnen schon bitter. Durch das „U20“ der Freiburgerinnen und die Weltmeisterschafts-Teilnahme mehrerer Baden-Badenerinnen rutschen Bebenhausens Mädchen aber noch zur Meisterschafts-Qualifikation nach oben. Ein Erlebnis war das Spielen in den edlen Räumen des Kulturhauses LA 8 aber allemal. Normalerweise spielen hier die Baden-Badener Weltklassespieler vom Deutschen Rekordmeister OSG Baden-Baden 1922, wie zum Beispiel Viswanathan Anand und Magnus Carlsen, die im November in Indien um die Weltmeisterschaft spielen.

Die Abschlusstabelle der Baden-Württembergischen Mannschaftsmeisterschaft der Alterklasse U14 weiblich:

Brettpunkte Mannschaftspunkte

1. OSG Baden-Baden 1922 26:2
14:0

2. Karlsruher SF 1853 I 21:7
11:3

3. SK Freiburg-Zähringen 1887 18,5:9,5
10:4 U20-Team außer Konkurrenz

4. SK Endingen 12,5:15,5
6:8

5. SK Bebenhausen 12:16
6:8

6. SK Ettlingen 8:20
5:9

7. SC Ersingen 9:19
4:10

8. Karlsruher SF 1853 II 5:23
0:14

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