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Gemeinderat und Ortschaftsrat im ArchivAm 03.10.1963 traf sich der Gemeinderat von Bebenhausen unter der Leitung von Bürgermeister Pfeiffer und beriet vor allem über folgende Themen:

Wasserversorgung der Gemeinde

Auf Antrag der Gemeinde Bebenhausen hat am 26.09.1963 eine Besichtigung des Quellengebiets am Jungfernhäule stattgefunden, bei der Vertreter vom Wasserwirtschaftsamt Reutlingen, vom Landesuntersuchungsamt Reutlingen, vom Staatlichen Hochbauamt Tübingen, sowie der Bürgermeister Pfeiffer und der Schloßverwalter Haug teilgenommen haben. Besichtigt wurden neben dem Sammelschacht sämtliche Quellenschächte, auch die beiden wegen Beanstandung des Wassers („wegen Warmblütercolibakterien“) stillgelegten. Die Quellenschüttung könnte, waren die Fachleute sich einig, nur durch eine Neufassung der Quellen behoben werden. Die obere, angeblich durch die Grabungen für die Gäuwasserversorgung versiegten Quelle, könne dem höher liegenden Leitungsgraben eher nicht angelastet werden. Während für den Anschluss der beiden ca. 600 Meter südwestlich aufgedeckten Quellen an den Sammelschacht wirtschaftlich kaum vertretbare 80.000 DM nötig seien, wäre für eine Wasserentnahme aus dem Grundwasser des Goldersbachs eine Bohrung von 80-100m Tiefe erforderlich. Der Landesgeologe Dr. Schädel erklärte nach Besichtigung auch des Wasserreservoirs, er werde einen Bericht mit Vorschlägen, wie der Wassernot in Bebenhausen abgeholfen werden kann, der Gemeinde vorlegen. Der Gemeinderat beschliesst, am 13.10.1963 das Quellgebiet auch einmal selbst zu besuchen. (Dabei beschloss der Gemeinderat, die neu zu fassende Quelle statt an das Sammelbecken direkt an den im Tal liegenden Hauptstrang anzuschliessen)

Instandsetzung der Ziegelbrücke

Während der Regierungs-Oberbaurat Blattmacher „aus technischen Gründen“ die Anbringung eines (finanziell günstigeren) Stahlgeländers verlangt, bleibt der Gemeinderat bei seinem Beschluss, das geplante Steinpfeilergeländer mit Eichenholzverbindung anzubringen, auch wenn dieses mehr als doppelt so teuer ist.

Gefängnis im Schreibturm, Abschluss eines Mietvertrags mit dem Land Baden-Württemberg

Seit der Gründung der Gemeinde Bebenhausen im Jahr 1823 hat die Gemeinde ihre Häftlinge und Obdachlose in einer Haftzelle des Schreibturms untergebracht. Für die Benutzung dieser Zelle hat die Gemeinde Bebenhausen keinerlei Entschädigung an das Land gezahlt. Die seitherige unentgeltliche Benutzung der Gefängniszelle fusst (…) auf eine schriftliche Abmachung zwischen Fortamt und Gemeinde vom November 1856. Die Abmachung ist aber, da das Forstamt keine Strafbefugnis mehr hat, ausser Kraft gesetzt worden.

Nach dem Polizeigesetz vom 21.11.1955 und der Durchführungsverordnung vom 27.03.1956 „ist die Gemeinde Bebenhausen als Ortspolizeibehörde verpflichtet, die nach den örtlichen Verhältnissen erforderlichen Hafteinrichtungen zu schaffen, zu unterhalten und die Hafteinrichtungen für die Unterbringung der Personen zur Verfügung zu stellen, die durch die Polizei in Gewahrsam genommen worden sind.“ Die Gemeinde schliesst darum mit dem Land einen Mietvertrag für die Haftzelle im Schreibturm ab, für 5,-DM im Monat, also  60,-DM im Jahr. Das waren noch Mietpreise… für allerdings sehr bescheidenen Komfort.

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