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900-123 Tübinger Vertrag

Im nächsten Jahr steht das Grossereignis „500 Jahren Tübinger Vertrag“ bevor, das -ausgehend von der Ausstellung in der Tübinger Kunsthalle, die Götz Adriani ausrichten wird- eine ganze Reihe von Jubiläumsveranstaltungen haben wird. Der Kulturausschuss des Gemeinderats befasste sich in der letzten Woche damit und es wurde bereits einiges deutlicher, was auch für diesen Ort geplant ist. Was ist der rechts abgebildete „Tübinger Vertrag“? Ein Blick in die WikiPedia:

Der Tübinger Vertrag wurde am 8. Juli 1514 zwischen den württembergischen Landständen und Herzog Ulrich geschlossen. Mit dem Vertrag sicherte sich Ulrich die Unterstützung der so genannten Ehrbarkeit (Patriziat) bei der Niederschlagung des Bauernaufstands des Armen Konrad.

In dem Vertrag verpflichtete sich der Herzog, Fragen der Steuererhebung, von Landesverteidigung und Kriegswesen sowie den Verkauf von Landesteilen nur mit Zustimmung der Landstände zu regeln. Weiter wurde die „grundherrliche Abzugssteuer“ abgeschafft, wodurch die freie Ausreise ermöglicht wurde. Der Vertrag sicherte allen Bewohnern bei Strafprozessen ein ordnungsgemäßes Verfahren zu. Im Gegenzug verpflichteten sich die Landstände für mindestens 40 Jahre, für die Schulden des Herzogs aufzukommen. Der Vertrag sicherte im Ergebnis die Privilegien der Ehrbarkeit.

Er gilt als das wichtigste Verfassungsdokument im Herzogtum Württemberg und wird häufig „württembergische Magna Carta“ bezeichnet.

Tübingen, als Ort des Vertragsschlusses, darf seither die württembergischen Geweihstangen in seinem Stadtwappen führen. (Originaltext)

Von zentralem Gewicht wird auch das Tübinger Sommertheater mit dem Stück „Der Arme Konrad“ Melchinger Theaters Lindenhof, dessen Akteure ja auch schon mehrfach, zuletzt anlässlich von 60 Jahren Landtag von Baden-Württemberg, in Bebenhausen waren

Darüber hinaus hat der Fachbereich Kultur in Zusammenarbeit mit freien Kulturakteuren und Kulturinstitutionen aus Tübingen und der Region ein Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2014 entworfen. Damit kommt er, heißt es, „dem Wunsch des Ausschusses für Kultur, Integration und Gleichstellung nach, im Jubiläumsjahr eine breite Öffentlichkeit über den „Tübinger Vertrag“ zu informieren und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger und Gäste an den Jubiläumsveranstaltungen teilhaben zu lassen.“  DasProgramm soll „in Zusammenarbeit mit dem kreativ-künstlerischen Potenzial von Akteuren in Stadt und Region verwirklicht werden.“

Der Stand der Planung, auch Bebenhausen betreffend:

Ein „Langer Samstag des Tübinger Vertrags“ soll am Anfang stehen, an dem sich viele Kulturschaffende beteiligen. Stadtarchivar Udo Rauch führt zu Stationen des Vertrags.

In der Sparte „Theater, Bühne“ widmet sich das (LTT-)Generationentheater „Zeitsprung“ im Kloster Bebenhausen dem Thema „Herrschaft verhandeln“, das Tanztheater Treibhaus bringt sein Stück „Vogelfrei“ ein, das Vorstadttheater organisiert ein Puppenspiel, und die freie Schauspielerin Laura Conte bietet einen Theaterworkshop mit abschließender Aufführung an. Als Laien-Kostümtheater stellen Freunde der Städtepartnerschaft Tübingen-Ann Arbor historische Ereignisse szenisch nach.

Im Bereich „Musik“ führt das renaissancemusikalische Kammerorchester Lalahöhö in Bebenhausen eine Messe von Heinrich Fink auf, dem Kapellmeister am Hofe Herzog Ulrichs. Der evangelische Stifts-Chor hebt unter anderem Hans-Peter Brauns Komposition „Bitten der Kinder“ aus der Taufe. Und der Tübinger Figuralchor stellt sein Gesprächskonzert mit Liedern und Madrigalen aus dem 16. Jahrhundert unter das Thema „Der Mensch“. Das Ensemble officium wird außerdem auch dabei sein.

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