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Im deutschlandweiten Wettbewerb zur Wahl des „Waldgebietes des Jahres 2014″ liegt der Schönbuch bereits auf Platz 2. Helfen Sie mit, und machen Sie den Schönbuch auf der Zielgeraden zum „Deutschen Waldmeister 2014“!

Die Abstimmung ist noch bis 31. August 2013 unter http://www.waldgebiet-des-jahres.de/ möglich. In mehreren Folgen veröffentlichen wir die Bewerbung des Schönbuchs zum Waldgebiet des Jahres:

6) Nachhaltigkeit

Die Fläche des Naturparks Schönbuch ist zu 63 % in Landesbesitz, 34 % gehören 18 Städten und Gemeinden und nur 3 % der Fläche befinden sich in privater Hand. Der öffentliche Wald verfügt über aktuelle Forsteinrichtungswerke. Die Parameter für alle größeren Betriebe werden mittels permanenter Stichprobeninventuren erfasst. Der gesamte öffentliche Wald, also fast die ganze Fläche des Parks, ist PEFC zertifiziert. Die Stadt Tübingen ist zusätzlich auch FSC zertifiziert. Die Zertifizierung der Staatswälder nach FSC läuft derzeit.

Im Zuge der Forsteinrichtungserneuerungen wurden für den Staatswald die Ziele anhand der sechs Helsinkikriterien unter Beteiligung aller betroffener Mitarbeiter im Rahmen eines Workshops erarbeitet. In allen Forstbetrieben werden dabei Erholung und Naturschutz (gleichrangige Oberziele) vor der Holzproduktion genannt. Im Rotwildgebiet als „Sonderfläche“ ist die Erhaltung des Rotwildes eine besondere Zielsetzung.

Soziales

Für die Waldfläche zuständig sind die unteren Forstbehörden der vier Schönbuch-Landkreise. Im Zuge der Verwaltungsreform 2005 wurden die Reviergrößen mit 900 bis 1.300 Hektar an die sehr komplexe Aufgabenstruktur angepasst. Die meisten Flächen werden von Landkreismitarbeitern betreut. Der Staatswald sowie die Kommunen Tübingen und Herrenberg haben eigene Waldarbeiter, andere vertrauen sämtliche Betriebsarbeiten lokalen Unternehmern an. Im Staatswald stehen pro 1.000 Hektar ca. 2,5 eigene Forstwirte zur Verfügung. Dieses Team wird durch zwei zentrale Ausbildungsstellen für Forstwirte und bis zu drei Bundesfreiwillige unterstützt.

Je nach Waldbesitz sind die Waldarbeitergruppen drei bis fünf Personen stark. Abgesehen von Holzernte, Rückearbeiten und Wegebau werden bei Betrieben mit eigenen Forstwirten die Arbeiten in Eigenregie durchgeführt. Holzrückearbeiten und Wegeunterhaltung werden fast komplett an lokale Firmen vergeben. Im Bereich Holzeinschlag werden 60 bis 70% durch eigene Kräfte durchgeführt. Sämtliche Mitarbeiter der Forstbetriebe wie der eingesetzten Unternehmen werden nach gültigem Tarif entlohnt. Neben der Ausbildung zum Forstwirt wird großer Wert auf die Ausbildung von forstlichem Nachwuchs über das Angebot von Praktikanten- und Traineestellen gelegt.

Ökonomie

Der durchschnittliche Gesamtzuwachs (dGZ) 100 im Gebiet liegt bei 7,3 Erntefestmetern (Efm) pro Hektar, die geplante Nutzung mit 7 Efm knapp darunter.
Infolge der Orkane ist das Altersklassenverhältnis in fast allen Betrieben deutlich gestört – die Altersklasse I ist mit 25% der Fläche überrepräsentiert. Auch der Vorrat
liegt mit 275 Vfm/Ha deutlich unter dem Durchschnitt. Glücklicherweise weist das gesamte Gebiet einen sehr großen Anteil alter Wälder aus. So beträgt der Starkholzanteil (Brusthöhendurchmesser größer 50 cm) 33%, auch der Anteil der Altersklasse VIII und älter hat 14% der Gesamtfläche.
65% der Sortimente werden lokal in einem Umkreis von etwa 50 km verkauft, wobei der Anteil von Brennholz ungefähr ein Drittel der Gesamtproduktion ausmacht. 30% werden als Industrieholz und Sägeabschnitte innerhalb des Landes vermarktet. Lediglich wenige Prozente an Sondersortimenten verlassen die Landesgrenzen.

Ökologie

6% der Wälder sind dem Waldentwicklungstyp „Extensiv“ zugeordnet, hier haben Schutzfunktion und Waldästhetik Vorrang. Drei Schonwälder mit etwa 100 Ha Fläche und drei Bannwälder mit ebenfalls zusammen 100 Ha ergänzen diese besonders wertvollen Waldbestände. In den meisten öffentlichen Wäldern wird seit drei Jahren das Alt- und Totholzkonzept von ForstBW mit Engagement umgesetzt. Besonders wertvoll sind die naturnahen Gewässer, die von Erlengalerien und sehr artenreichen Hochstaudenfluren begleitet werden. Das Große Goldersbachtal und das Naturschutzgebiet Schaichtal sind hierfür schöne Beispiele. Sämtliche älteren Laubholzbestände Alterklasse VII und älter weisen in aller Regel einen großen Strukturreichtum aus. Sie machen etwa ein Viertel der Gesamtfläche aus.

Die Naturverjüngungsvorräte sind auch im Rotwildgebiet ausgesprochen erfreulich. 40% der Altersklassen IV und älter weisen ausreichende Verjüngungsvorräte auf. Die Schälschäden im Rotwildgebiet liegen deutlich unter 1%. Gefährdet sind Fichte und Esche. Die Verjüngung der Hauptbaumarten ist mit Ausnahme der Eiche möglich. Die häufig in extensiv genutzte Streuobstbereiche oder Weinberge übergehenden Randbereiche sind in der Regel ökologisch sehr wertvoll. Hervorragend sind die Naturschutzgebiete Grafenberg und Schönbuch Westhang, die diese Lebensräume besonders eindrücklich repräsentieren.

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