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Im deutschlandweiten Wettbewerb zur Wahl des „Waldgebietes des Jahres 2014″ liegt der Schönbuch bereits auf Platz 2. Helfen Sie mit, und machen Sie den Schönbuch auf der Zielgeraden zum „Deutschen Waldmeister 2014“!

Die Abstimmung ist noch bis 31. August 2013 unter http://www.waldgebiet-des-jahres.de/ möglich. In mehreren Folgen veröffentlichen wir die Bewerbung des Schönbuchs zum Waldgebiet des Jahres:

1) Der Schönbuch – Beschreibung des Gebietes

Der Schönbuch liegt südlich von Stuttgart in der Mitte Baden-Württembergs. Mit 156 Quadtratkilometern ist er der kleinste Naturpark des Bundeslandes. Seine Fläche verteilt sich auf die Landkreise Böblingen, Esslingen, Reutlingen und Tübingen, 18 Städte und Gemeinden gehören dazu.

Der Schönbuch ist eines der größten unzerschnittenen Waldgebiete Süd-deutschlands. Wald und Waldnutzung prägen die Gegend, reguläre Land- und Forstwirtschaft findet, außer in den Bannwäldern, im ganzen Areal statt. Der landschaftliche Reiz dieses Waldgebiets und seine Lage mitten in einem dicht besiedelten Ballungsraum, üben eine hohe Anziehungskraft aus und machen es zu einem bevorzugten Erholungsgebiet mit vier bis fünf Millionen Besuchern im Jahr.

Worauf alles fußt

86% der Naturparkfläche sind bewaldet. Trotz dieser scheinbaren Einheitlichkeit ist das Gebiet gerade durch die Vielfalt seiner Lebensräume charakterisiert. Der Schlüssel zu dieser bunten Mischung liegt in der Geologie des Keuperberglandes, die gekennzeichnet ist durch ein kleinräumiges Nebeneinander von steilen Stufen, sanft geneigten Hängen und weitflächigen Verebnungen. Wegen ihrer begrenzten Fruchtbarkeit sind solche Landschaften oft mit Wald bewachsen und weisen eine vergleichsweise geringe Siedlungsdichte auf.

Die Gesteine des Schönbuchs sind marine Ablagerungen, mal herrscht weicher Mergel vor, mal harter Sandstein, der in früheren Zeiten sogar zum Bau berühmter Gebäude wie dem Kölner Dom verwendet wurde. Bäche wie Goldersbach, Aich und Schaich schufen ein weitläufiges, wasserreiches Talsystem. Die steilhängigen Täler prägen den Süden und Westen des Gebietes, während im Norden und Osten, wo Schwarzer Jura ansteht, flache Landschaftsformen dominieren.

Das Kreuz am Wegrand: Historisches

Kaum ein Waldgebiet Südwestdeutschlands weist so viele Zeugen frühzeitlicher Siedlungsgeschichte auf, wie der Schönbuch; er ist geradezu ein Lesebuch lokaler Geschichte. Allein 250 Kleindenkmale geben Kunde von schauerlichen Geschichten, und Sagen aber auch von Volksfrömmigkeit und historischen Ereignissen. Gedenksteine und Steinkreuze, Hirschsteine, Soldatengräber und alte Grenzsteine wurden in liebevoller Kleinarbeit kartografisch erfasst, teilweise beschildert und renoviert. Eine umfangreiche Homepage, eine schön gestaltete Broschüre und auch spezielle Wanderwege nehmen den Besucher mit an die Schauplätze längst vergangener Ereignisse.

Lebende Zeugen der Vergangenheit

Im Mittelalter wurde der dichte Buchenmischwald über Jahrhunderte nach Kräften genutzt. Holz wurde unkontrolliert eingeschlagen, die intensive Waldweide und ein sehr hoher Wildbestand schränkten jeglichen Nachwuchs ein. Mitte des 17. Jahrhunderts war von dem einst dichten Mischwald nur noch ein lichter Hutewald übrig. Zum Ende des 18. Jahrhunderts prägten ausgedünnte Krüppelbestände, baumlose Freiflächen und Gestrüpp das Bild des Schönbuchs.

Noch heute verrät die Verteilung alter Eichen und Buchen im Bannwald Eisenbachhain, wie der „Wald“ damals gewirkt haben muss. Auch die mächtige Sulzeiche bei Walddorf mit ihrem gedrungenen Stamm und der weit ausladenden Krone erinnert eindrucksvoll an eine Zeit, in der sie mitten auf einer Viehweide stand und ihre Früchte der Schweinemast dienten.

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