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Rede zum Volkstrauertag am Totensonntag 2012, zur Kranzniederlegung auf dem Friedhof Bebenhausen

Liebe MitbürgerInnen und Mitbürger,

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das Gedenken zum Volkstrauertag findet in Bebenhausen traditionell am Totensonntag, nach dem Gottesdienst statt. Wir gedenken an diesem Tag der Verstorbenen, jener der beiden Weltkriege und all jener, die auch heute noch weltweit im Einsatz und in Kriegen sterben – gerade in diesen Wochen ist uns das Thema ja präsenter als es der mehr als ein Jahrzehnt dauernde Krieg in Afghanistan meist ist, mit den beiden Kriegen im Nahen Osten. Heute stehen wir vor der Perspektive, dass deutsche Soldaten und Soldatinnen (denn längst sind Frauen nicht mehr nur im Sanitätsdienst tätig) an die Grenze von einem dieser beiden Kriege verlegt werden sollen. Da soll nicht Deutschlands Freiheit am Hindukusch sondern der Frieden der NATO an den Grenzen Syriens verteidigt werden. Dazu kann man sicher unterschiedlich stehen – wichtig aber ist zu wissen, dass diese Einsätze, dass diese Kriege  oft zuviele Leben kosten, auf beiden Seiten, auch bei denen, die da als als deutsche Soldaten unterwegs sind. Dessen gedenken wir heute.

„Der Mensch lebt und bestehet, nur eine kleine Zeit, und alle Welt vergehet, mit ihrer Herrlichkeit“ hat der Liederkranz Lustnau, dem ich für sein Kommen und seinen Beitrag herzlich danken möchte, eben gesungen. Eine ältere Einwohnerin Bebenhausens, die den zweiten Weltkrieg noch bewusst erlebt hat, erzählte mir diese Woche wie die Worte dieser Motette für sie praktisch aussahen: Den einen Tag stand sie noch mit jungen Kerlen an der Neckarbrücke und scherzte, am anderen Tag schon hiess es, dieser und jener sei „auf dem Feld der Ehre gefallen“. Die Welt, die die deutschen Soldaten in den letzten Kriegstagen noch verteidigen wollten, ist vergangen. Die Welt, in der wir heute hier vor Ort leben, ist schön für uns, aber auch uns tut ein Gedenken an die Sterblichkeit des Menschen gut. Auf diesem Friedhof liegen nicht nur meine Nachbarn, Menschen aus Waldhausen und Bebenhausen, hier liegt auch ein Mensch, der plötzlich vor meinen Augen an der Bushaltestelle umfiel und nur Minuten später starb, etwas was mich damals und bis heute auch in der Plötzlichkeit sehr bewegt hat. „Der Mensch lebt und bestehet, nur eine kleine Zeit,“

Lassen Sie uns der Toten gedenken. Derer dieses Ortes, nicht nur der Weltkriege, und aller Opfer von Kriegen in der Welt. Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge kümmert sich um die Gräber der Kriege und um die Versöhnung der Völker über die Gräber hinweg. Eine Spendenbüchse für deren Arbeit finden Sie am Ausgang des Friedhofs.

Ich danke Ihnen für Ihr kommen, und dem Liederkranz Lustnau, der nun mit einem zweiten Lied dieses Gedenken abrundet, für seinen Beitrag.