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Aus gegebenem Anlass schreibt der frühere Ortsvorsteher Rainer Pohl:

„Waldhausen (nicht Waldhäuser Ost!) gehörte in früheren Zeiten verwaltungsmäßig zu Bebenhausen. Der Bebenhäuser Friedhof war auch immer schon die letzte Ruhestätte für Menschen von dort.

 Dies kann man an zahlreichen Gräbern auch praktisch  belegen. Namen aus Waldhausen, wie „Wizemann, Bechtle, Breitmaier, Höhn..“ sind auf unserem Friedhof auf Gräbern zu finden.

 Eine Bestätigung ist sicher auch in der Friedhofsordnung oder dem Eingliederungsvertrag zu finden. Mit Sicherheit handelt es sich nicht nur um eine Tradition, sondern um ein verbrieftes Recht der Menschen aus Waldhausen. (…)

Darüber hinaus gab es noch ein paar Regeln:    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Ein Anrecht auf dem Bebenhäuser Friedhof bestattet zu werden hat:
a) Wer in Bebenhausen lebt.
b) Wer 20 Jahre in Bebenhausen gelebt hat
c) Wer in Bebenhausen gelebt hat und wegen Krankheit oder Alter pflegebedingt  wegziehen musste .

Dies alles gilt nur für die Vergabe eines Reihen oder Wahlgrabes. Bei Wahlgräbern hat die Verwaltung auf die Vergabe der weiteren Liegeplätze keinen Einfluss. Die Entscheidung liegt bei den Verfügungsberechtigten über das jeweilige Grab. Sie können die Liegeplätze im Prinzip auch an Nicht-BebenhäuserInnen“ vergeben.“

Frau Zacharias vom Stadtarchiv war so freundlich, dem heutigen Ortsvorsteher auch die Rechtsgrundlage dafür herauszusuchen: Ergänzend zu §2 (2) der mit Vorlage 113/2001 erweiterten Friedhofssatzung gilt ungebrochen neben der Ortstradition auch als Rechtsgrundlage der Eingemeindungsvertrag des Bebenhausener Ortsteils Waldhausen nach Tübingen vom 27.März 1934. Der dortige §12 „Friedhofswesen“ regelt:

“ § 12. Friedhofswesen

 Auf Wunsch gestattet die Gemeinde Bebenhausen die Beerdigung von im derzeitigen Weiler Waldhausen gestorbenen auf dem Friedhof Bebenhausen zu den für Bebenhausen geltenden Sätzen.“

Dem Wunsch von entsprechenden BewohnerInnen von Waldhausen nach einem Wahlgrab mit beschränkter Nutzungszeit ist auf dieser Grundlage und gemäß Vorlage 113/2001 auch ohne Einzelfallentscheidung des Ortsvorstehers oder Ortschaftsrates entsprechend Folge zu leisten.

Für den Bebenhausener Friedhof bedeutet das, neben Bebenhausen auch für Waldhausen zuständig zu sein und dass die geplante Erweiterung um das Rasenstück auf das Klostertor zu umso wichtiger ist, als auch das Denkmalamt – schon wegen der Statik der inneren Klostermauer – die Vergabe von Gräbern einschränkt. Ein weiterer Ortstermin dazu ist für den Freitag 09.11.2012 um 10 Uhr mit Vertretern von Stadt und Land vorgesehen.

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