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Bekanntermassen gibt es eine freie 5-Zimmer-Wohnung in Bebenhausen, die der Ortsvorsteher hier und im Amtsblatt für Bebenhausen ausgeschrieben hat.

Es gab Kritik an einem Hinweis in diesem Ausschreibungstext, der auch „weiteres Engagement“ „zum Beispiel von Jugendlichen bei der Jugendfeuerwehr oder für den Kindergottesdienst“ als positiv wertete – die Trennung von Staat und Kirche wurde angemahnt:

nichts gegen die Vergabe dieser Fünfzimmerwohnung in Bebenhausen nach Kriterien des Engagements bei der Feuerwehr.
Aber die Trennung von Staat und Kirche ist ein wichtiges Ideal, und ich finde es immer besorgniserregend, wenn es da irgendwelche
Ausreißer gibt. Außerdem kommt es sowieso heute noch vor, daß Kinder nur unter dem Druck ihrer Eltern den Kindergottesdienst besuchen müssen. Dem könnte durchaus auch Vorschub geleistet werden, wenn so eine Wohnungsangelegenheit davon mit abhängig gemacht wird, daß das Kind sich entsprechend verhält, anstatt daß es dem eigenen Gewissen folgen darf.

Meine Antwort im Wesentlichen:
Die Vergabe der Wohnungen des Schulhauses ist eine der wenigen wenn nicht die einzige Möglichkeit des Ortsvorstehers, Einfluss zu nehmen wer nach Bebenhausen zieht. Mein Anliegen, wie das meiner drei Vorgänger(In) ist es, dadurch die Infrastruktur des Ortes zu erhalten und zu stärken.
Dazu gehören die Aktivitäten der Kirchengemeinde genauso wie die der säkularen Zivilgesellschaft, solche die eine wichtige Arbeits-Funktion erfüllen  wie die Feuerwehr und der Kindergarten ebenso wie solche die Kindern (wie im Kindergottesdienst) oder Jugendlichen (wie in der Jugendfeuerwehr) ein Angebot machen.

Auch wenn ich selbst aus Überzeugung der Ev. Luth. Kirche angehöre verstehe und unterstütze ich die Trennung von Kirche und Staat und habe nicht vor, etwas dagegen zu tun. Was ich unter „sonstiges Engagement“  als positiv vermerkt habe ist auch nicht der Besuch des Kindergottesdienstes, sondern das Engagement für den Ort, zB in den Jugendfeuerwehr oder im Anbieten/Helfen beim Kindergottesdienst – und das waren nur Beispiele. Das Anbieten eines Gesundheitskurses in vedischem Yoga (…) wäre eine ganz andere Religion (…), aber es wäre ein zusätzliches Engagement und Angebot im Ort, das ich positiv werten würde. Nochmal: Nicht das Besuchen der Kirche (das gar nicht genannt wird) oder des Kindergottesdienstes (worum es mir anders als beim Besuch des Kindergartens nicht geht) wird positiv bewertet, sondern das Engagement im und für den Ort. [Übrigens: die Hauptkriterien sind klar. der Ortsvorsteher erstellt nach diesen Kriterien eine Liste und legt sie dem Ortschaftsrat vor – und dieser gibt ein Votum ab. Der aktuelle Ortsvorsteher plant, sich wie seine Vorgänger ohne Rechtspflicht daran zu halten]

Ich bedaure dass es den Schwäbischen Albverein oder den Gesangsverein Bebenhausen nicht mehr gibt, ohne je den Wunsch gehabt zu haben dort beizutreten, ich begrüsse dass es den „Bebenhäuser Verein“ gibt ohne dass ich mich dort selbst engagieren möchte. Und wenn sich im Ort eine „Richard Dawkins Gesellschaft für engagierten Skeptizismus“ gründen würde, würde ich auch das begrüssen. (…)

Was ich sagen will ist: Als Privatperson habe ich zwar Meinungen und Überzeugungen, als Ortsvorsteher bin ich im Amt durchaus neutral und begrüsse Engagement für den Ort auf den verschiedensten Ebenen. Es wäre auch grossartig wenn jemand im Ort statt Kindergottesdiensten eine Post-Agentur anbieten würde.
Ich hoffe dass das rüberkommt und die Sorgen insoweit was meine Amtsführung angeht unbegründet sind.
Herzliche Grüße,
Wolfgang G. Wettach
Ortsvorsteher von Bebenhausen

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