Schlagwörter

, , ,

Frühe Französische Fotocamera. Bild aus Wikimedia: CC-BY-SA Frank GosebruchEin Tourist, der mit seiner Foto-Kamera und einer Freundin heute das Kloster Bebenhausen besuchte, wollte im öffentlich zugänglichen Bereich, das heisst in der Tübinger Strasse „Beim Schloss“, Fotos der Klostergebäude von aussen machen. So wie das Tausende jedes Jahr tun, wenn sie durch unseren Ort gehen, mit ihren Handys, ihren Digitalkameras oder was auch immer sie dafür nutzen. Für seinen eigenen, privaten Gebrauch.

Seine Kamera war dabei grösser als die, welche andere gewöhnlich haben aber, im Rahmen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit ist das ja seine Privatsache, wie gross er seinen Fotoapparat haben möchte. Unfreundlich wurde er von zwei örtlichen Mitarbeitern angegangen, vor allem einem, wie er sich beim Ortsvorsteher anstehend beklagend berichtete, „älteren Hausmeister“, der ihm erklärte, dass er das nicht dürfe und nun 50,-€ zu zahlen habe, was er, völlig perplex, an der Klosterkasse schliesslich tat. Danach allerdings erkundigte er sich im Rathaus wie das denn bitte sein könne und ob das so richtig sei?

Der Ortsvorsteher findet: Nein, das kann nicht sein. Natürlich steht es der Staatlichen Kloster-Verwaltung frei, welche Eintrittshöhe sie für den Kreuzgang erhebt und ob sie eine Erlaubnis zum Fotografieren in den Gebäuden für 50,-€, für 5.000 € oder gar nicht erteilt – so wie jeder das mit seinen eigenen Privaträumen auch halten kann.  Für Aussenansichten aber, die von öffentlichen Strassen aus einsehbar sind, gilt der Grundsatz der Panoramafreiheit: Da dürfen alle für sich privat Aufnahmen machen wie sie möchten.

Die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten hatte sich zwar in einem BGH-Urteil teilweise durchgesetzt, als es um den kommerziellen Vertrieb von Bildern ging, die von ihren privaten (?) Grundstücken aus gemacht wurden, aber nur soweit da jemand eigene Bildrechte zu vermarkten versucht hat.

Aus der Wikipedia die relevante Stelle (mit Quellenhinweisen):

Die Aufnahme muss von einem öffentlichen Weg, einer Straße oder einem Platz aus gemacht werden. Öffentlich ist der Aufnahmeort, wenn er jedermann frei zugänglich ist und im Gemeingebrauch steht; dies gilt auch für privates Gelände, wie Privatwege und Parks, wenn sie für jedermann frei zugänglich sind.[5] § 59 UrhG gilt jedoch nicht für Privatgelände, auf dem zwar Publikumsverkehr stattfindet, das aber durch Zäune oder Kontrollen vor ungehindertem Zutritt geschützt wird.[6] Eine zeitweilige, insbesondere nächtliche Schließung steht der Öffentlichkeit nicht entgegen.[7] Ausschlaggebend ist der tatsächliche öffentliche Zugang.[8] Ob Aufnahmen im Inneren von frei zugänglichen und dem Verkehr dienenden Gebäuden der Panoramafreiheit unterliegen, ist umstritten, für Bahnhöfe jedoch überwiegend verneint.[9]

Werbeanzeigen